USA
Red Rocks Tour
29.4. - 19.5. 2006
Samstag, 29. April – Anreise Düsseldorf - Las Vegas
Übernachtung: Motel 6, Las Vegas

Kurz vor 7 Uhr gingen wir aus dem Haus, nahmen die Straßenbahn und die S-Bahn zum Düsseldorfer Flughafen, wo wir ca. 2 Stunden vor Abflug eintrafen. Unser Delta-Flug sollte um 9.40 Uhr starten, und wir hoben auch mehr oder weniger pünktlich ab. Nach 9,5 Stunden Flugzeit waren wir um 13.40 Ortszeit wie vorgesehen in Atlanta. Um 15.13 Uhr sollte es nach Las Vegas weitergehen, noch mal 3,5 Stunden Flug. Aber zunächst einmal mussten wir durch die Immigration und den Zoll. Bei  der Immigration hatten wir Glück, da wir die äußerste Schlange links direkt neben der Schlange für die US-Bürger erwischten. Und als diese durch waren, konnten wir rüberrutschen, so dass wir nach nur 30 Minuten durch waren. Ansonsten hätten wir sicher doppelt so lange gebraucht. Bei der Einreise wollte der Beamte wissen, warum wir hier sind und ob wir schon einmal in den USA gewesen wären. Dann schaute er in unseren Pässen nach dem letzten Stempel. Wir mussten noch unser Gepäck durch den Zoll tragen, dann ging es per Bahn, die alle paar Minuten verkehrt, zum Domestic Terminal. 45 Minuten nach Ankunft waren wir bereits am Gate für den Weiterflug. Kurz darauf begann bereits das Boarden. Der Flieger hob pünktlich ab, und wir landeten bereits 20 Minuten vor der Zeit um 16.20 Uhr (1.20 Uhr nachts deutscher Zeit) in Las Vegas. Die Maschinen waren schon etwas älter, aber dafür hatte man mehr Beinfreiheit. Die Sicht auf die Bildschirme war teilweise etwas eingeschränkt. Auf dem Transatlantikflug gab es zwei Mahlzeiten, auf dem inneramerikanischen Flug noch einen Snack. Die Kopfhörer auf dem inneramerikanischen Flug waren nicht kostenlos, aber wir durften die Kopfhörer vom Transatlantikflug behalten. Ab Atlanta war es zunächst bewölkt, später sahen wir dann Felder, die von oben aufgrund ihrer kreisrunden Form witzig aussahen. Dann überflogen wir ein paar weiße Bergspitzen. Eventuell sahen wir sogar die Gegend von Monument Valley von oben und kurz vor Las Vegas hatten wir erstklassige Sicht auf den Grand Canyon und den Lake Powell (wir saßen auf der linken Seite).

Mit dem Shuttle Bus ging es zu Alamo. Dort war zum Glück nicht viel los. Über FTI hatten wir die Equinox-Klasse gebucht, was wesentlich preiswerter war als SUV, aber trotzdem konnten wir uns per Choice Line ein Allradfahrzeug aussuchen. In der SUV-Reihe gab es leider nur 3 Wagen zur Auswahl. Der einzige 4x4, soweit wir sehen konnten, war ein kleiner blauer Jeep Liberty, für den wir uns dann entschieden haben. Leider gab es für den Gepäckraum keine Abdeckung, was mich schon sehr störte, für den Fall, dass man den Wagen zwischendurch mal bepackt stehen lässt. Na ja. Der Meilenanzeiger des Wagens stand auf 5420 m. Die Sonne schien und es waren 30 °C.

Da die Hotelpreise in Las Vegas am Wochenende um mehr als das Doppelte steigen und um die erste Übernachtung gesichert zu haben, hatten wir das Motel 6 in der Tropicana Avenue vorgebucht für $89 inklusive Tax, mit dem wir auch zufrieden waren. Allerdings war das Zimmer ziemlich klein, so dass man neben den zwei Betten nur wenig Platz hatte. Gegen 18 Uhr checkten wir ein. Wir liefen noch kurz zum südlichen Ende des Strip und suchten uns eine Kleinigkeit zu essen, dann fielen wir um 21 Uhr Ortszeit (6 Uhr früh deutscher Zeit) todmüde ins Bett.


Sonntag, 30. April – Valley of Fire
Wetter: 30 °C, sonnig
Gefahrene Meilen: 183
Übernachtung: Travelodge, Hurricane

Am Sonntag waren wir bereits um 5 Uhr wieder wach, frühstückten im „Coco’s“ direkt um die Ecke (war ok) und kauften noch ein paar Vorräte bei Wal-Mart auf der Charleston Avenue. Gegen 8 Uhr ging es dann über die Interstate 15 zum Valley of Fire State Park ($6 Eintritt pro Wagen), den wir eine Stunde später erreichten. Wir fuhren den Arch Rock Loop Drive auf dem man zwischen den feuerroten Felsen hindurch fährt und sich einen Felsen mit indianischen Felszeichnungen (Atl Atl Rock) und einen Felsbogen, den Arch Rock, anschauen kann. Anschließend fuhren wir in die Stichstraße zu den White Domes hinein. Die Landschaft hier ist wirklich spektakulär. Am Rainbow Vista erstrahlen die Felsen in allen Farben! Am Ende der Straße liefen wir den 1,25 Meilen Rundweg, für den wir etwa 40 Minuten benötigten. Hat sich auf jeden Fall gelohnt! Danach fuhren wir zu The Cabins zurück an der Hauptroute. Von hier wanderten wir zum Ephemeral Arch. Dies war kein offizieller Trail, und da es die meiste Zeit durch ein sandiges Flussbett ging, war es sehr anstrengend. Man sollte hier mindestens einen Liter Wasser pro Person mitnehmen. Unterwegs trafen wir niemanden. Nach 45 Minuten erreichten wir endlich den kleinen Bogen, der sich ca. 5 Meter über dem Flussbett befindet. Da er nur noch auf einem kleinen „Finger“ steht, wird es ihn möglicherweise nicht mehr sehr lange geben. Besonders spektakulär fand ich den Arch allerdings nicht, auch der Weg dorthin war nicht sehr abwechslungsreich. Die Anstrengung hat sich meiner Meinung nach also eigentlich nicht gelohnt. Vielleicht hätten wir stattdessen lieber den Mouse’s Tank Trail laufen sollen (1 Meile one-way). Beim Elephant Rock gibt es auch noch einen 1,5 Meilen Loop-Trail. Gegen 14 Uhr fuhren wir wieder aus dem Park hinaus. Zunächst schien es, als führen wir direkt in ein Unwetter hinein, aber dann verzog es sich doch noch. Wir fuhren noch bis nach Hurricane in Utah, das wir gegen 16.15 Uhr Pacific Time erreichten. Utah hat jedoch Mountain Time, so dass es hier bereits eine Stunde später war. Für $43,50 einschließlich Tax pro Nacht buchten wir uns in der Travelodge für 2 Nächte ein. Wir bekamen ein großes Zimmer mit 2 Betten, Kühlschrank, Mikrowelle, W-LAN-Anschluss, Kaffeemaschine. Es gab auch einen kleinen beheizten Pool mit Spa und morgens Continental Breakfast (Cereals, Toast, Orangensaft, Kaffee). Die Restaurantauswahl zum Abendessen war nicht groß. Wir gingen zu JB’s und bestellten 2 Burger (war ok).


Montag, 1. Mai – Zion National Park
Wetter: 30 °C, sonnig
Gefahrene Meilen: 70
Übernachtung: Travelodge, Hurricane

Frühstück gab es zwischen 7 Uhr und 9.30 Uhr. Um 7.30 Uhr fuhren wir los. Für die 23 Meilen von Hurricane bis Springdale brauchten wir etwa eine halbe Stunde. Am Parkeingang des Zion National Parks kauften wir uns den National Parks Pass für $50, der pro Auto und für ein Jahr gilt. Um 8.15 Uhr stiegen wir in den Shuttle Bus am Visitor Center. Der Zion Canyon ist mittlerweile nicht mehr für Privatwagen zugänglich. So könnte man zwar von einem Haltepunkt zum nächsten auch zu Fuß laufen, ohne die gleiche Strecke zurücklaufen zu müssen, aber man muss auch mehr Zeit für den Park einplanen. Es war noch ziemlich kühl so früh am Morgen, so dass wir in kurzer Hose fröstelten und uns noch einen Pulli überzogen. Wir stiegen bei The Grotto aus und begaben uns auf den Angel’s Landing Trail, der 2,5 Meilen 453 Meter steil nach oben führt. Der höchste Punkt liegt auf 1.763 Metern. Auf dem ersten Anstieg wurde es uns schnell warm, dann ging es durch den Refrigerator Canyon, der wohl den ganzen Tag im Schatten liegt. Bis zum Scouts Lookout benötigten wir eine Stunde, dann fing die Kletterei an. Der Weg ist teilweise mit Ketten gesichert, da es auf beiden Seiten steil die Klippen runtergeht. Trotzdem waren schon recht viele Leute unterwegs. Bis hoch nach Angel’s Landing brauchten wir noch mal eine Stunde. Um 11 Uhr hatten wir es geschafft und genossen die phantastische Aussicht über den Zion Canyon. Zurück schafften wir die ganze Strecke dann in 1,5 Stunden. Im Tal war es inzwischen 30 °C heiß. Wir waren froh, dass wir früh morgens losgegangen waren, als es noch kühl war und der erste Anstieg noch im Schatten lag.

Nach einer kurzen Pause nahmen wir gegen 13 Uhr den nächsten Shuttle Bus zum Temple of Sinawava. Hier liefen wir noch den Riverside Walk, der bis zum Eingang der Narrows führt. Der Trail durch die Narrows war aufgrund von Hochwasser gesperrt. Für die 2 Meilen benötigten wir eine Stunde. Der Weg war allerdings nicht sonderlich interessant. Immerhin sahen wir ein paar Eichhörnchen. Danach fuhren wir mit dem Shuttle bis zum Visitor Center zurück, was 45 Minuten dauerte. Wir stiegen ins Auto und fuhren zum Canyon Overlook Trail, der sich links hinter dem ersten Tunnel auf der Straße Richtung Mount Carmel Junction befindet. Der 0,5 Meilen lange Weg war sehr nett zu laufen mit schönen Ausblicken. Nach einer halben Stunde waren wir wieder am Auto zurück. Es war nun 16 Uhr, und wir fuhren zurück nach Rockville und bogen dort Richtung Grafton ab. Über eine teilweise unbefestigte Straße ging es zu einer Ghost Town. Eine Kirche und zwei Häuser stehen noch, und ein alter Friedhof. Dann bogen wir in die Smithonian Butte Scenic Backway Dirt Road ein, die uns auch ein paar sehr schöne Ausblicke bescherte. Über die 59 ging es zurück nach Hurricane, das wir kurz vor 18 Uhr erreichten. Zum Abendessen gingen wir diesmal nach Lupita’s, einem Mexikaner ($18,50 mit Trinkgeld, war ok).


Dienstag, 2. Mai – Cottonwood Canyon Road
Wetter: vormittags: 30 °C, sonnig; nachmittags: ca. 20 °C, bewölkt
Gefahrene Meilen: 164
Übernachtung: Bryce Canyon Inn, Tropic

Wir fuhren um 7.30 Uhr los Richtung Zion NP. Die Straße bis zum East Entrance bietet auch noch mal phantastische Landschaften. Schließlich bogen wir auf die 89 nach Kanab ein. Um 10.30 Uhr erreichten wir das untere Ende der Cottonwood Canyon Road. Diese 46 Meilen lange Dirt Road ist bei schlechtem Wetter nicht befahrbar, bietet aber auch sehr interessante Landschaften, teilweise leicht verschandelt durch eine Stromleitung. Nach 14 Meilen parkten wir gegen 11.30 Uhr am Abzweig zur Brigham Plain Road (430). Von hier schlugen wir uns leicht südlich in die Büsche und überquerten den Cottonwood Wash. Am Eingang eines kleinen Canyons fanden wir den Trail zum Yellow Rock. Es ging sehr steil und beschwerlich einen Schotterabhang hoch, auf dem uns fast eine recht große Schlange begegnet wäre! Ein paar Echsen sahen wir auch noch. Dann ging es über einen sandigen, weniger steilen Abschnitt, der mit Steinmännchen (Cairns) markiert war, bis zum Fuß des Yellow Rock, den wir nach einer Stunde erreichten. Die unterschiedlichen Farben der versteinerten Sanddüne boten jede Menge Fotomotive, und wir liefen eine Weile auf dem Hügel hin und her. Nach einer halben Stunde Rückweg, wobei wir den Schotterabhang mehr oder weniger hinunterschlitterten, waren wir nach insgesamt 2,5 Stunden wieder am Auto.

Leider wurde das Wetter jetzt langsam schlechter. Gegen 15 Uhr erreichten wir den Grosvenor Arch, zu dem ein gepflasterter Fußweg führt. Noch ein kurzes Stück, dann fing am Kodachrome State Park die Teerstraße an. Wir fuhren weiter bis Tropic, wo wir um 16 Uhr ankamen und einmal durch den Ort fuhren, um einen Blick auf die verschiedenen Motels zu werfen, die alle noch Vacancies anzeigten. Wir fragten im „Bryce Canyon Inn“ an und entschieden uns für den Motel Room mit 2 Betten für $72 (mit Tax), der von außen zwar alt aber von innen nett und sauber aussah. Es gibt auch noch neuere Cabins, die aber etwas teuer sind. Zum Abendessen gingen wir ins Restaurant des Motels, das gute Pizzen anbietet. Der Burger war allerdings nicht so gut. Hier trafen wir ganz zufällig ein deutsches Pärchen, das zur gleichen Zeit wie wir eine ähnliche Strecke fuhr und das wir über ein Internetforum kennengelernt hatten, Eva und André. Wir sollten ihnen im Laufe dieser Reise noch drei weitere Male begegnen (auf der Suche nach einem Restaurant in Escalante, auf einer Straße im Capitol Reef National Park und im Hotel in Page, wo wir abends auch noch zusammen essen gegangen sind).


Mittwoch, 3. Mai – Bryce Canyon und Kodachrome Basin State Park
Wetter: vormittags ca. 20 °C, nachmittags ca. 30 °C, sonnig
Gefahrene Meilen: 156
Übernachtung: Prospector Inn, Escalante

Als wir morgens aufstanden, waren es sicher kaum mehr als 0 °C. Die Restaurants waren um 7 Uhr noch alle geschlossen, so dass wir uns mit eingepackten Muffins aus dem kleinen Laden versorgten und die Kaffeemaschine in unserem Zimmer anwarfen. Um 7.30 Uhr fuhren wir dann los. Bis zum Bryce Canyon waren es 10 Meilen. Kurz vor 8 Uhr waren wir an der Park Entrance Station, die noch nicht besetzt war. Auch das Visitor Center machte erst um 8 Uhr auf, der Park war aber trotzdem schon zugänglich, und ich hatte noch eine Karte vom letzten Mal. Am Visitor Center hing noch die Parkzeitschrift zum Mitnehmen aus, also machten wir uns direkt auf den Weg. Der Sunrise Point lohnte sich noch nicht, da man Gegenlicht hatte. Wir fuhren zunächst die restlichen Viewpoints bis zum Ende der Parkstraße nach 18 Meilen am Rainbow Point ab. Zur Zeit konnte man noch mit dem eigenen Auto fahren, ab dem Memorial Day Weekend Ende Mai wird dann ein Shuttle Service eingesetzt. Um 9.30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Unterwegs sahen wir noch ein paar Rehe. Der spektakulärste Abschnitt des Parks ist wirklich das Bryce Amphitheater zwischen Sunrise und Sunset Point. Wir liefen dann noch ab dem Sunset Point den kombinierten Navajo – Queens Garden Trail. Der Navajo Loop war momentan wegen Reparaturarbeiten gesperrt. Wir gingen die Wall Street Seite hinunter (auf dem Loop nach rechts), die recht spektakulär und steil nach unten führt. Dann folgte ein weniger interessanter Abschnitt, der weitgehend durch Wald führt. Der Abschnitt Queens Garden war dann wieder lohnenswert. Hier ging es wieder bergauf zum Sunrise Point, allerdings weniger steil als auf der Wall Street Seite am Navajo Loop. Auf dem Rim Trail ging es zurück zum Ausgangspunkt. Knapp 2 Stunden brauchten wir für die 5 km Wanderung. Inzwischen waren es ca. 20 °C. Gegen 12 Uhr verließen wir den Park.

Wir hielten noch mal in Tropic und kaufen ein paar Lebensmittel für ein Picknick-Lunch, das wir gegen 13 Uhr im Kodachrome Basin State Park ($6 Gebühr) einnahmen. Wir fuhren zum Shakespeare Arch und liefen den Trail zum Arch innerhalb von 30 Minuten. Dieser war ganz nett zu laufen, allerdings muss man auf dem gleichen Weg zurück. Da wir inzwischen etwas laufmüde waren, wollten wir nur noch den Grand Parade Trail unter die Füße nehmen. Er verlief jedoch recht unspektakulär in der Ebene entlang der Felswände, so dass wir ihn nach etwa der Hälfte der Wegstrecke abkürzten. Nach 40 Minuten waren wir wieder am Auto. Der ca. 2-stündige Panorama Trail hätte sich wahrscheinlich doch mehr gelohnt. Aber bei mittlerweile ca. 30 °C war es uns auch etwas zu heiß. Den Park fanden wir ganz nett, aber ansonsten doch eher unspektakulär. Wenn man die Trails nicht läuft, gibt es sonst eigentlich auch nicht viel zu sehen.

Um 14.45 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Escalante, das wir eine Stunde später erreichten. Wir buchten uns für 2 Nächte im Prospector Inn ein (für zwei Nächte war anscheinend nur noch ein Zimmer oben frei) und bekamen für $63 (mit Tax) ein schönes großes Zimmer mit 2 Betten. Da es noch nicht so spät war, fuhren wir um 16.30 Uhr noch Richtung Moqui Marbles. Ca. 10 km hinter Escalante ging es auf eine Dirt Road. Nach ca. 40 Minuten hatten wir die Stelle gefunden. Hier lagen die schwarzen kleinen Kugeln überall rum. Kurz nach 18 Uhr waren wir zurück in Escalante und aßen im Cowboy Blues Restaurant zu Abend (Chicken & Steak). Der Service dauerte ungewöhnlich lange, aber das Essen war ganz gut.


Donnerstag, 4. Mai – Hole-in-the-Rock Road
Wetter: 27 °C, sonnig, am späten Nachmittag bewölkt
Gefahrene Meilen: 104
Übernachtung: Prospector Inn, Escalante

Als wir morgens starten, stellen wir fest, dass das Prospector Inn ‚No Vacancy’ anzeigt und immer noch, als wir abends wieder zurück sind. Mitten in der Woche außerhalb der Saison überrascht mich das doch ein wenig! Aber am zweiten Abend kamen noch 15 Biker aus Deutschland an, kein Wunder, dass das Motel voll war… Wir sind wieder früh wach, und da das Visitor Center von Escalante erst um 7.30 Uhr öffnet, holen wir uns zunächst ein paar süße Teilchen und einen Kaffee von der Tankstelle am östlichen Ortsausgang. Danach erkundigen wir uns nach den Wetterbedingungen und dem Zustand der Hole-in-the-Rock Road. Es heißt, es bestünde eine 20%ige Regenwahrscheinlichkeit, vor allem am Nachmittag, so dass wir ein Auge auf das Wetter halten sollten. Aha. Wir wollen zu den Peek-a-Boo und Spooky Slot Canyons. Im Visitor Center bekommen wir noch eine Beschreibung. Die Zufahrt zu den Canyons zweigt nach 26 Meilen von der Hole-in-the-Rock Road ab, die Dry Fork Road (252). Von Escalante aus benötigen wir eine knappe Stunde bis zum Parkplatz am Trailhead. Die Dry Fork Road ist schon etwas heftiger, aber einige Leute befuhren sie auch mit einem normalen PKW. Die Hole-in-the-Rock Road selbst war in sehr gutem Zustand.

Um kurz nach 9 Uhr liefen wir los. Vom Parkplatz aus ging der Weg ins trockene Flussbett hinunter, man konnte den Fußspuren und den Steinmännchen (Cairns) folgen. Unten angekommen geht es direkt links in den Dry Fork Slot Canyon, der recht breit ist und sich mehrere Meilen hinzieht. Auf dem Rückweg liefen wir noch ein kurzes Stück hinein. Wenn man sich am Grunde des Flussbettes angekommen leicht nach rechts und geradeaus hält, kommt man schnell zum Eingang des Peek-a-Boo, zu dem man ca. 4 Meter eine Felswand hinaufklettern muss. Es sind jedoch ein paar Stufen angebracht. Die zahlreichen Windungen des Canyons schafft man am besten zu zweit, da man sich gegenseitig hochziehen kann. Irgendwann wird es dann so eng, dass wir auf den Canyonrand hinaufstiegen und in einem weiten Bogen (Richtung Flussbett leicht rechts halten) wieder in den Wash hinabstiegen. In dieser Gegend soll es auch sehr viele Klapperschlangen geben, doch zum Glück begegneten wir keiner! Als nächstes hielten wir uns links immer an der Canyonwand entlang, und nach nur 15 Minuten erreichten wir die nächste Felsspalte, den Spooky Slot Canyon. Dieser ist zunächst wesentlich einfacher zu begehen als der Peek-a-Boo, allerdings wird er irgendwann so eng, dass man sich nur noch seitwärts hindurchschieben kann! Ein paar Leute hatten bereits ihre Rucksäcke unterwegs deponiert. Als es uns zu eng wurde, gingen wir zurück. Nach insgesamt knapp 2,5 Stunden waren wir wieder am Parkplatz. Als wir am frühen Morgen ankamen standen nur zwei weitere Autos dort, aber am späteren Vormittag kamen uns immer mehr Gruppen von Leuten entgegen. Dann dürfte es auch in den Canyons voller werden!

Als nächstes stand noch der Broken Bow Arch auf dem Programm. Dazu fuhren wir bis zur Meile 43 auf der Hole-in-the-Rock Road, wo es eine Meile hinter dem Schild zum Sooner Wash (vorher kommt noch der markante Dance Hall Rock) zum Willow Gulch (Road 276) abgeht. Die Straße ist hier teilweise ziemlich steinig. Nach insgesamt einer Stunde Autofahrt erreichten wir den Parkplatz. Außer uns war niemand dort. Um kurz vor 13 Uhr gingen wir los. Der Trail ist insgesamt 3 Meilen lang. Es ging zunächst wieder ins trockene Flussbett hinunter. Dabei  kommt man an einem markanten Hoodoo vorbei. Unten angekommen geht man nach rechts bis man nach kurzer Zeit an einen Abzweig kommt. Man geht nicht hier schon links sondern eigentlich weiter geradeaus, ab und zu stehen Cairns am Wegrand. Nach ca. 20 Minuten erreicht man eine Felswand und läuft nun nach links in ein Bachbett hinein, das teilweise Wasser führt. Man muss den Bach mehrmals überqueren, aber der Wasserstand war so niedrig, dass wir trockene Füße behielten. Nach insgesamt einer Stunde erreichten wir den gewaltigen Felsbogen. Um unter den Arch zu gelangen, bleibt man am besten unten im Bachbett und läuft einmal um den Arch herum, bis man auf der Rückseite einen sandigen Abhang hinaufklettern kann. Die beste Fotoperspektive hat man jedoch schon von der Vorderseite. Auf dem gleichen Weg ging es dann zurück. Man sollte sich ab und zu merken, wo man langgegangen ist, aber eigentlich ist der Weg nicht schwer zu finden, da man immer dem Bachbett folgt. Der Weg ist jedoch teilweise recht beschwerlich, da man hin und wieder über Steine klettern und streckenweise durch Sand, Gestrüpp oder Wasser laufen muss. Das letzte Stück war dann noch recht anstrengend.

Während es am frühen Vormittag noch sehr kühl war, waren es mittlerweile 27 °C. Am Horizont zeigten sich nun langsam dunkle Wolken, doch es blieb zum Glück trocken. Wir kehrten um und fuhren noch zum Devils Garden, wo wir nach einer Stunde gegen 16.20 Uhr ankamen. Wir liefen noch etwa eine halbe Stunde durch die Gesteinsformationen. Leider war es nun ziemlich bewölkt. Noch eine halbe Stunde Autofahrt, dann waren wir zurück in Escalante. Nachdem wir uns vom Staub befreit hatten, gingen wir noch mal ins Cowboy Blues Restaurant zum Essen (2 Burger ohne Getränke – wir gaben uns mit Wasser zufrieden – für $15.50 mit Tip). Die Burger waren gut, der Service wieder etwas langsam.


Freitag, 5. Mai – Burr Trail und Capitol Reef
Wetter: ca. 20 °C, sonnig, am späten Nachmittag bewölkt
Gefahrene Meilen: 188
Übernachtung: Austin’s Chuckwagon Motel, Torrey

Diesmal gingen wir zum Frühstücken ins Prospector Inn Café (war ok). Es war 9 Uhr, als wir loskamen. Heute war es merklich kühler, tagsüber vielleicht um die 20 °C. Der Highway 12 zwischen Escalante und  Boulder ist unglaublich malerisch. Man fährt durch eine bunte Felsenlandschaft und über einen schmalen Bergrücken (The Hogback) bis man die idyllische Ortschaft Boulder erreicht. Gegen 10 Uhr waren wir dort, und die wenigen Unterkünfte zeigten alle ‚No Vacancy’ an. Na ja, übernachten wollten wir hier ja nicht, aber bei den begrenzten Übernachtungsmöglichkeiten sollte man hier vielleicht doch besser vorbuchen. Wir hatten für den ersten Teil unserer Reise nicht vorreserviert, da die verschiedenen Dirt Roads, die wir diesmal befahren wollten, bei Regen unpassierbar sind. So können wir flexibler reagieren. Außerdem ist ja Nebensaison.

In Boulder bogen wir auf den Burr Trail ab, der bis zum Erreichen des zum Capitol Reef gehörigen Teils geteert ist. Der erste Abschnitt führt sehr malerisch durch versteinerte Sanddünen und durch den eindrucksvollen Long Canyon mit roten Felswänden. Am Ende des Canyons hat man einen schönen Ausblick auf die Verwerfungslinie des Capitol Reef, und nach ein paar weiteren Meilen gelangt man zu den Burr Trail Switchbacks, wo die nun ungeteerte Straße in spitzen Kehren den Berg hinunter führt. Gegen 12 Uhr kamen wir unten an. Wir fuhren noch ein kurzes Stück weiter und liefen eine halbe Stunde hin und zurück zum Eingang des Surprise Canyons über einen sehr sandigen Trail. Statt die unbefestigte Notom-Bullfrog Road zum Capitol Reef zu fahren, die außerdem nicht sehr interessant sein soll, entschieden wir uns dafür, die 42 Meilen Burr Trail wieder zurück nach Boulder zu fahren. Am nördlichen Himmel drohten auch dunkle Wolken. Wir wollten noch zum Strike Valley Overlook fahren, aber die 3 Meilen lange Straße oberhalb der Switchbacks Richtung Muley Twist Canyon (nur 4-Wheel-Drive geeignet) erschien uns dann doch etwas zu beschwerlich, so dass wir wieder umkehrten (Wir hörten später, dass die Straße nach dem ersten äußerst holperigen Stück besser wäre, und dass es hier auch noch einen Arch zu sehen gibt). Im Vergleich zur Cottonwood Canyon Road und Hole-in-the-Rock Road hat uns der Burr Trail als Straße am besten gefallen, d.h. wenn man nicht wandern will, bietet er die besten Ausblicke und ist auch ohne Allrad am besten zu befahren. Auf dem Burr Trail begegneten uns allerdings erstaunlicherweise die wenigsten Fahrzeuge! Um 14 Uhr waren wir wieder in Boulder.

Über den Highway 12 ging es weiter nach Torrey. Wir fuhren am 2900 m hohen Boulder Mountain vorbei. Hier oben lagen noch Reste von Schnee und die zahlreichen Birken sahen fast wie tot aus. Es waren bestimmt nicht mehr als 10 °C. Auf der Strecke gab es noch 3 schöne Aussichtspunkte mit weitem Blick über die Gegend von Burr Trail und Capitol Reef. Um 15.15 Uhr kamen wir in Torrey an und bekamen wie gewünscht ein Zimmer im Austin’s Chuckwagon Motel. Die Zimmer sind groß und sauber, mit 2 Betten, für $70 einschließlich Tax. Wir fuhren noch für 1,5 Stunden in den Capitol Reef National Park, besuchten die wesentlichen Aussichtspunkte (Chimney Rock, Goosenecks Overlook) und fuhren ein Stück den Scenic Drive hinein. Am Ende des Scenic Drive kann man noch eine Meile in die Capitol Gorge hineinlaufen, aber das hatten wir bereits beim letzten Mal gemacht. Die dunklen Wolken kamen jetzt immer näher, und wir wagten es nicht mehr, in den Grand Wash hineinzufahren. Zurück in Torrey folgten wir einer Empfehlung aus dem Internet und gingen wir im Capitol Reef Inn Café essen, das auch sehr gut war (Steak und Smoked Trout inklusive großem Salat und Getränken für $42 mit Trinkgeld). Während wir aßen, hat es auf einmal draußen gehagelt und es erschien ein wunderschöner Regenbogen.


Samstag, 6. Mai – Cathedral Valley – Little White Horse Canyon – Goblin Valley
Wetter: ca. 20 °C, sonnig, mittags leicht bewölkt
Gefahrene Meilen: 185
Übernachtung: Whispering Sands Motel, Hanksville

Am nächsten Morgen sahen wir, dass das Austin’s Chuckwagon Motel auch ausgebucht war. Es gab kostenlosen Kaffee, Hot Chocolate oder Tee im angeschlossenen General Store, in dem eine Bakery auch ein paar leckere Teilchen verkaufte. Gegen 8.30 Uhr kamen wir los. Es war sonnig, bei schätzungsweise nur 5 °C! Wir hielten im Visitor Center des Capitol Reef National Parks und fragten, ob wir heute das Cathedral Valley befahren könnten. Mit einem Jeep sei es kein Problem, hieß es. Wir bekamen noch eine Anfahrtsbeschreibung und kaufen uns für $1 die Broschüre „Self-guided Auto Tour of Cathedral Valley“ und machten uns auf den Weg. Den 2-Meilen-Hiking-Trail hin und zurück zur eindrucksvollen Hickman Bridge hatten wir letztes Mal schon gemacht und diesmal wollten wir keine Zeit mehr verlieren, da für heute noch einiges auf dem Programm stand. Vom Highway 24 geht auch noch ein längerer Hike zum Grand Wash und zum Cassidy Arch ab, was sicher auch noch interessant gewesen wäre.

Um 9.15 Uhr waren wir am River Ford (die beste Überquerungsmöglichkeit des Flusses ist die letzte Furt, wenn man von Westen kommt). Wir fuhren ein kurzes Stück am flachen Rand entlang, dann quer durch – geschafft! Jetzt stand unserer Rundtour auf der Dirt Road nichts mehr im Wege. Zunächst ging es durch bunte Hügel, die Bentonite Hills, dann zum Lower South Desert Overlook. Der Upper South Desert Overlook einige Meilen später war der Höhepunkt. Vom Upper Cathedral  Valley Overlook nur etwa eine Meile weiter hat man auch einen sehr schönen Blick auf die Monolithen und Felswände. Um 11.45 Uhr hatten wir die halbe Wegstrecke an der Hartnet Junction erreicht. Es waren mittlerweile ca. 20 °C bei Sonne und kühlem Wind, aber immer mehr große Wolken zogen auf. Ein weiteres Highlight waren Temple of the Sun und Temple of the Moon und der interessante Glass Mountain. Am Schluss ging es noch mal durch bunte Hügel mit schönen Ausblicken auf die umgebenden Tafelberge. Um 14 Uhr bogen wir wieder auf den Highway 24 ein. Für den 58-Meilen-Rundkurs benötigten wir fast 5 Stunden. Unterwegs begegneten uns nur 7 weitere Autos. Es lohnt sich, die gesamte Strecke zu fahren. Wenn man nicht durch den Fluss fahren kann, kann man in Caineville zum Cathedral Valley einbiegen und zumindest bis Temple of the Sun und Temple of the Moon fahren. Bevor es zum Upper Cathedral Valley Overlook und Upper South Desert Overlook geht, müsste man aus dieser Richtung noch einen ziemlich steinigen steilen Straßenabschnitt hochfahren. Aber die beiden Aussichtspunkte lohnen sich! So wie wir gefahren sind, war das Licht auf der ganzen Strecke gut, so dass wir schöne Fotos machen konnten. Die Badlands an der 24 rund um Caineville sind auch noch mal sehr beeindruckend, leider teilweise sehr zerfurcht von den Reifenspuren von ATVs. Die dicken Wolken hatten wir hinter uns gelassen.

Um 14.15 Uhr erreichten wir dann schon Hanksville. Wir wollten im Wispering Sands Motel übernachten, doch die Rezeption war leider nicht besetzt. Wir fanden ein paar Damen vom Zimmerservice, die jemanden informierten, der dann bald vorbeikam. Wir hatten Glück und bekamen das letzte freie Zimmer! Laut Auskunft der Rezeption machen viele, vor allem deutsche Touristen um diese Jahreszeit Urlaub, da es noch nicht so heiß ist, und die anderen drei Motels im Ort hätten inzwischen dicht gemacht, so dass es sehr eng geworden ist. Eins davon soll jedoch bald wieder öffnen. Wir sahen später noch, dass sich mal wieder eine Gruppe von Motorradfahrern hier eingemietet hatte. Das große Zimmer mit 2 Betten war in Ordnung, allerdings für $77 für ein Kaff in der Einöde nicht gerade preiswert, aber ringsum gibt es ansonsten ja fast nichts, und wir waren froh, dass wir noch ein Zimmer bekommen hatten. (Später hatten wir von dem anderen deutschen Pärchen, das wir getroffen hatten, gehört, dass das Wispering Sands am Sonntag nur $10 gekostet hat, und am Montag $59.)

Wir luden unsere Sachen aus und machten uns gleich wieder auf den Weg zum Little White Horse Canyon an der Straße zum Goblin Valley (Abzweig an der 24 Richtung Green River). Kurz bevor man den State Park erreicht, ist die Straße zum Canyon rechts ausgeschildert. Um 15.40 Uhr waren wir dort und fanden am Trailhead einen fast vollen Parkplatz vor. Unterwegs begegneten uns allerdings erstaunlich wenige Leute, dafür sah es manchmal aus wie bei einem Familienausflug mit Kleinkind und Hund – trotz der ab und an erforderlichen Kletterei. Man kann einen 8 Meilen Rundkurs mit dem Bell Canyon machen, für den man 4-6 Stunden veranschlagen sollte. Soviel Zeit hatten wir nicht, außerdem soll das Zwischenstück über die Ebene ziemlich langweilig sein. Wir folgten ca. 15 Minuten dem Trail bis zum Canyoneingang. Zunächst musste man dann einen Dry Fall von ca. 1,5 Metern überwinden (unserer Ansicht nach geht es am besten, wenn man rechts hochklettert), kurz danach geht es links zum Bell Canyon und rechts zum LWHC. Das schönste verdrechselte Stück meiner Meinung nach kommt kurz nachdem man eine kleine Holzleiter hochgeklettert ist. Schließlich muss man noch mal ein paar Steine hochklettern, dann wird der Canyon wieder breiter. Nach 45 Minuten im Canyon drehten wir um, nach knapp 2 Stunden waren wir wieder am Auto.

Um 17.45 Uhr waren wir dann am Goblin Valley ($6 State Park Gebühr). Wir hatten im Internet gelesen, dass es im zweiten Tal hinter dem kleinen grünen Hügel, den man schräg rechts vom Aussichtspunkt am Parkplatz sieht, noch mehr Goblins stehen sollen. Also liefen wir dort hin, was etwa 15 Minuten beanspruchte. Es war mittlerweile wieder sehr sonnig und das Licht in der Abendsonne war perfekt. Um 18.30 Uhr fuhren wir zurück nach Hanksville, was eine halbe Stunde dauerte. Die Landschaft im Abendlicht war atemberaubend. Aufgrund einer Empfehlung aus dem Internet gingen wir im Red Rock Restaurant essen. Wir entschieden uns für Today’s Special für $8: ein halbes Hähnchen mit Kartoffelpüree und Gemüse und einer Vorsuppe. Es war wirklich überraschend gut.


Sonntag, 7. Mai – Little Egypt – Arsenic Arch – Leprechaun Canyon – Natural Bridges NM – Muley Point – Moki Dugway
Wetter: ca. 25 °C, sonnig
Gefahrene Meilen: 247
Übernachtung: Four Corners Inn, Blanding

Um 8 Uhr checkten wir aus. Mit einem Becher Kaffee und eingeschweißten Muffins von der Tankstelle am süd-östlichen Ortsende an der 95 machten wir uns auf den Weg, wobei wir uns diesmal weitgehend an Synnatschkes Bericht „South of Hanksville“ orientierten. Es ging den Scenic Byway 95 hinunter in Richtung Blanding. Zwischen Milemarker 20 und 21 bogen wir nach rechts ab auf den Scenic Backway zum Bull Creek Pass. Nach 1,6 Meilen auf der Dirt Road erreichten wir gegen 8.30 Uhr Little Egypt, wo wir erst mal unser Frühstück zu uns nahmen. Little Egypt erinnert an das Goblin Valley, es ist wesentlich kleiner, aber dafür kostenlos, und die roten Felsformationen werden hier noch von einem weißen Band durchzogen, was sich auf den Fotos auch ganz gut macht. Das Licht am frühen Morgen  war genau richtig. Wir liefen etwa eine halbe Stunde quer durch das Gelände. Außer uns war niemand hier. Dann fuhren wir zurück und überquerten den Highway 95 in östlicher Richtung. Hier wird die Dirt Road etwas beschwerlicher. Wir fuhren 4,4 Meilen, bis wir die Sahara Sands erreichen und von einem Hügel aus, den Arsenic Arch von weitem entdeckten. Man muss aber schon genau hinschauen. Wir fuhren noch ein Stückchen weiter, parkten das Auto und versuchten, zum Arch zu laufen. Ohne Karte oder GPS erwies sich dies allerdings doch als schwieriger als gedacht. Nachdem wir uns erst noch zu weit nach links hielten, sahen wir den Felsbogen schließlich doch von oben vom Rand des Felsplateaus aus. Aber man hätte nun doch noch ein ganzes Stück nach unten klettern müssen. Da wir nicht mehr so viel Zeit hatten, beschlossen wir zurückzugehen. Immerhin stießen wir wieder auf unsere Fußspuren im Sand, so dass wir den Rückweg problemlos finden konnten. Nach einer Stunde waren wir wieder am Auto. Um 10.45 Uhr bogen wir wieder auf den Highway 95 in südlicher Richtung ein.

15 Minuten später erreichten wir die Einfahrt zum Leprechaun Canyon. Am Milemarker 28.2 geht links eine nicht markierte Dirt Road ab. Ein paar Meter weiter kann man das Auto abstellen. Zwei Wagen parkten bereits dort. Der Weg zum Canyon war nicht schwer zu finden. Wir folgten immer dem ausgetretenen Trail am Wash entlang. Nach etwa 15 Minuten geht links ein Canyon ab, doch wir gingen weiter geradeaus und kurz danach läuft man schon direkt in den Leprechaun Canyon. Die Narrows am Anfang waren jedoch zu eng, um uns durchzuquetschen. Stattdessen kann man links oder rechts an der Seite hochklettern. Danach geht es einfacher vorwärts, da der Canyon sich wieder weitet. Die senkrechten ausgewaschenen Felswände sind schon beeindruckend. Nach kurzer Zeit läuft man durch einen engen dunklen Tunnel hindurch. An dessen Ende wird es dann bald so eng, dass man ohne weiteres nicht weiterkommt. Wir gingen zurück und waren um 12 Uhr wieder am Auto.

Je näher man dem Colorado kommt, desto beeindruckender wird die Landschaft, da man durch rote Felsschluchten fährt. Wir halten an einem Aussichtspunkt, von dem man auf den Glen Canyon und die Brücke über den Colorado blicken kann. Hinter Hite wird die Straße allerdings ziemlich langweilig, da man nur noch durch Buschland fährt und keine Berge mehr sehen kann. Gegen 14 Uhr erreichen wir das Natural Bridges National Monument, das wir bereits 1998 besucht haben. Wir fahren den Loop Drive und halten an den 3 Aussichtspunkten zu den Brücken. Wir laufen noch zur Owachomo Bridge hinunter und zurück, was etwa 20 Minuten dauert. Die Wanderungen zu den anderen beiden Brücken sind im Visitor Center mit jeweils einer Stunde angegeben. Die Owachomo Bridge ist aber auch die schönste, da sie die älteste und somit schmalste ist. Insgesamt verbringen wir im National Monument eine Stunde.

Statt wie geplant die direkte Strecke nach Blanding (34 Meilen) zu nehmen, biegen wir nun auf die 261 Richtung Mexican Hat ein. Kurz vor dem Moki Dugway geht rechts eine Dirt Road zum Muley Point ab. Man sollte hier auf jeden Fall soweit fahren, bis die Straße aufhört. Gegen 16 Uhr waren wir dort und genossen einen tollen Blick hinunter aufs Monument Valley.  Vom Licht her war es leider etwas diesig. Dann ging es über 3 Meilen von 6425 Fuß 1100 Fuß d.h. 335 Meter in Kehren den Moki Dugway hinunter. Dieses Teilstück der 261 ist nicht geteert, aber gut zu fahren. Vom Aussichtspunkt aus kann man rechts das Monument Valley sehen und links das Valley of the Gods, durch das wir bereits beim letzten Mal gefahren sind. Um 17 Uhr erreichten wir den Goosenecks State Park (kostenlos), wo man auf drei Schleifen des San Juan River hinabblicken kann, leider am späten Nachmittag im Gegenlicht. Wir beschlossen, nicht mehr wie ursprünglich geplant bis Monticello zu fahren, sondern uns in Blanding ein Motel zu suchen. Für $50 (mit Tax) bekamen wir ein großes Zimmer mit 2 Betten und Continental Breakfast im Four Corners Inn am nördlichen Ortsausgang. Der Teppichboden hätte mal erneuert werden können, aber ansonsten war es in Ordnung. Die Zimmer in den ortsansässigen Ketten wie Super 8, Comfort Inn oder Best Western wären auf jeden Fall teurer gewesen. Während es kein Problem war, am Sonntagabend in Blanding ein Motelzimmer zu finden, erwies es sich als bedeutend schwieriger, etwas auf die Gabel zu kriegen. Der Supermarkt hatte geschlossen und auch eins der beiden Restaurants des Ortes. Das Old Tymer Restaurant war jedoch noch bis 20 Uhr geöffnet und das mexikanische Essen dort war gut ($22 mit Tip).


Montag, 8. Mai – Canyonlands National Park (Needles District)
Wetter: 28 °C, sonnig
Gefahrene Meilen: 162
Übernachtung: La Quinta Inn, Moab

Am Montag morgen kauften wir noch etwas Proviant im Supermarkt, gegen 8.30 Uhr fuhren wir dann los. Heute ging es in den Needles District des Canyonlands National Parks. Von der 191 waren es noch 34 Meilen. Gegen 9.30 Uhr waren wir am Newspaper Rock mit indianischen Felszeichnungen. Eine Stunde später erreichten wir den Trailhead zum Chesler Park am Elephant Hill. Es war sonnig und warm, fast schon wie im Hochsommer hier, wenn es bis zu 32 °C heiß werden kann. Wir liefen die gesamten 18 km (11 Meilen) des Chesler Park Loops und Joint Trails in 6 Stunden. Danach waren wir platt! Die erste Hälfte hat Spaß gemacht, da es durch die beeindruckende Landschaft der Needles ging. Das Highlight auf halber Strecke war dann der Joint Trail, wo man durch eine enge Felsspalte läuft. Danach gingen wir jedoch zunächst geradeaus weiter und kletterten ein sehr steiles Stück den Felsen hinunter, statt in einer Höhle mit vielen Cairns nach rechts abzubiegen. Dies hat uns ca. 20 Minuten unserer Gesamtzeit gekostet. Der Abschnitt, der dann noch folgte und teilweise über eine sandige 4-Wheel-Drive-Route verlief, war wesentlich anstrengender als der erste Teil des eigentlichen Chesler Park Loops, der weitgehend auf ebener  Fläche verläuft. Von daher würden wir eher empfehlen, am Abzweig des Loops nach links (wie ausgeschildert) und nur bis zum Joint Trail zu gehen und dann den gleichen Weg zurück zu nehmen. Ob der gesamte Loop leichter zu gehen ist, wenn man ihn in entgegengesetzter Richtung läuft, bin ich nicht sicher. Die ersten 5 km des Chesler Park Trails durch den Elephant Canyon müssen auf jeden Fall wieder retour gelaufen werden. Mit müden Füßen zog sich die Strecke ganz schön. Ich würde aber fast behaupten, dass es der lohnenswerteste Trail im Needles District ist, zumindest für Ersttäter. Wenn man auf das Erlebnis des Joint Trails verzichtet, reicht es auch völlig, nur einen Teil des ersten one-way Stücks zu laufen. Hin- und zurück sollte man dafür nicht viel mehr als 2 Stunden brauchen. Hier läuft man auch schon durch einen engen Felsspalt, und von der Anhöhe danach hat man einen schönen Blick auf die Formation der Needles. Anschließend lohnt es sich dann eigentlich nicht unbedingt, noch weiterzulaufen, da man in den Elephant Canyon absteigt und wieder hinaussteigen muss, bis man zum Chesler Park Viewpoint kommt, der aber nicht mehr ganz so beeindruckend ist.

Wir fuhren anschließend noch zum Big Spring Canyon Overlook, aber dieser hat sich nicht wirklich gelohnt, da man nur in einen kleinen Canyon hinunterblickt und keine Weitsicht hat. Kurz nach 17 Uhr machten wir uns schließlich auf den Weg nach Moab, wo wir gegen 18.40 Uhr ankamen. Da Moab trotz seiner vielen Motels schnell voll werden kann, hatten wir für 4 Nächte das La Quinta Inn vorgebucht. Wir bekamen ein sehr schönes großes Zimmer mit 2 Betten, Kühlschrank, Kaffeemaschine und W-LAN-Anschluss (Pool und Spa und ein kontinentales Frühstück gibt es auch) für $86 + Tax die ersten drei Nächte und $93 + Tax die letzte Nacht. Leider liegt das Hotel etwas weiter südlich als wir dachten. Eigentlich wollten wir ein Motel mitten im Zentrum, damit man abends einfach mal zu Fuß gehen kann. Zum Abendessen fuhren wir dann doch mit dem Auto zu Eddie McStiff’s Brewery. Hier gibt es auch mal ein paar andere Gerichte als die sonst üblichen (ich hatte z.B. einen Spinach Walnut Salad mit Hühnchenfleisch), und es war auch sehr gut.


Dienstag, 9. Mai – Potash Road, Canyonlands National Park (Island in the Sky)
Wetter: 18-25 °C, vormittags bewölkt, nachmittags sonnig
Gefahrene Meilen: 118
Übernachtung: La Quinta Inn, Moab

Das kontinentale Frühstück im La Quinta war sehr gut. Es gibt Kaffee, Saft, verschiedene Cereals, Toast, gekochte Eier, Kuchen, Quark mit Früchten und Waffeln zum Selberbacken. Allein dadurch hat sich der Mehrpreis schon gelohnt. Für die 4 Nächte wollten wir uns aber auch mal ein etwas besseres Hotel gönnen, und Moab als Outdoor-Mekka ist generell teurer als anderswo. Um 9 Uhr fuhren wir dann los und bogen kurz hinter Moab in die Potash Road ein. Da es heute morgen bedeckt war, wollten wir uns die Island in the Sky im nördlichen Teil der Canyonlands bis zum hoffentlich schöneren Nachmittag aufsparen und beschlossen, mit dem Trail zum Corona Arch und dem Shafer Trail anzufangen.

Schon bald kommt man an ein paar indianischen Felszeichnungen und an Dinosaurierspuren vorbei. Der Parkplatz zum Corona Arch Trailhead ist ausgeschildert, um 9.40 Uhr sind wir dort. Bis hierhin ist die Straße auch geteert. Der 1,5 Meilen Trail (one-way) ist recht einfach zu gehen. Es geht zunächst ein Stück bergauf, dann kann man links in der Felswand schon den Pinto Arch erkennen. Man folgt den Cairns bis man zu einem Stück Drahtseilgeländer kommt. Von hier sieht man bald auch schon den Corona Arch und den Bow Tie Arch, der links daneben liegt. Nachdem man eine Leiter erklommen hat, erreicht man bereits die Basis des Felsbogens. Nach 35 Minuten standen wir unter dem Corona Arch, der auch Little Rainbow Bridge genannt wird. Es ist wirklich ein wunderschöner riesiger Bogen! Leider haben wir keinen blauen Himmel auf den Fotos. Gegen 11 Uhr geht es weiter auf der Potash Road. Wir kommen noch am Jug Handle Arch vorbei und der Potash Fabrik. Die folgende Dirt Road ist ziemlich steinig und recht beschwerlich zu fahren. An einigen Stellen kann man auf den 700 Fuß tiefer gelegenen Colorado hinunterschauen. Wir machen noch einen gut 1-stündigen Abstecher auf dem White Rim Trail zum Gooseneck Overlook (500 m Trail) und zum Musselman Arch (100 m Trail). Letzterer hat sich auch noch gelohnt. Dann geht es die Shafer Trail Road hoch, die wirklich ziemlich abenteuerlich ist. 1400 Fuß geht es auf schlechter schmaler Straße nach oben. Ein paar Autos kamen uns auch noch entgegen. Kurz nach 14 Uhr haben wir es geschafft! Und endlich kam auch die Sonne wieder raus. Mittlerweile waren es ca. 25 °C.

Wir fuhren am Island in the Sky Visitor Center vorbei und liefen den 20-minütigen Trail hin und zurück zum Mesa Arch, der auch sehr schön ist. Jetzt am Nachmittag ist er von der Sonne angeleuchtet, und im Hintergrund sind die schneebedeckten La Sal Mountains zu sehen. Dann geht es zum Green River Overlook, und wir fahren auch noch die Straße bis zum Upheaval Dome. Diese lohnt sich allerdings nicht, wenn man nicht noch zum Krater hochlaufen möchte. Da es schon 16 Uhr war, sind wir die 30 Minuten (one-way) zum Overlook nicht mehr gelaufen, obwohl der Krater schon beeindruckend sein soll. Wir  fuhren noch zum Buck Canyon Overlook, von dem die Felsen jetzt im besten Spätnachmittagslicht erstrahlten. Beim Orange Cliffs Overlook hatten wir Gegenlicht. Einen sehr schönen Blick bis zu den Needles hatten wir noch vom Grand View Point Overlook. Dann machten wir uns auf den langen Rückweg nach Moab. In den Dead Horse Point State Park ($7 Gebühr) fuhren wir nicht mehr, da wir die Aussicht in ähnlicher Form eigentlich auch schon von der Potash Road genossen hatten. Um 17.40 Uhr waren wir wieder in Moab. Am Abend waren wir in der Moab Brewery essen, die schräg gegenüber von unserem Hotel liegt. War auch gut. Um einen Tisch zu bekommen, mussten wir kurz warten. Da die Sonne zu dieser Jahreszeit erst gegen 20 Uhr untergeht, hatten wir es bisher leider nicht geschafft, einen Sonnenuntergang in den Canyonlands zu erleben. Schade, aber dafür ist es wenigstens lange hell.


Mittwoch, 10. Mai – Morning Glory Arch – Fisher Towers – La Sal Mountains Loop
Wetter: 26 °C, sonnig
Gefahrene Meilen: 124
Übernachtung: La Quinta Inn, Moab

Am Mittwoch, den 10. Mai, besorgten wir uns leckere Teilchen für unterwegs von der Bäckerei im City Market Supermarkt, gegen 9 Uhr fuhren wir dann los. Es ging auf die Colorado River Road (128), und nach einer Viertelstunde waren wir bereits am Trailhead zum Morning Glory Arch am Negro Bill Canyon. Für den 2-Meilen-Wanderweg (one-way) brauchten wir jeweils eine Stunde pro Strecke. Der Himmel war ein strahlendes Blau, es sollten 26 °C werden, aber früh am Morgen war es noch kühl und der Weg lag größtenteils im Schatten. Es ging immer an einem Bach entlang, der auch ein paar Mal überquert werden musste. Am Ende gab es noch einen moderaten Aufstieg zum Arch, der aber gut zu bewältigen war. Der Abzweig zum Arch ist ausgeschildert, kann man nicht verfehlen. Der Felsbogen schmiegt sich an eine Felswand und liegt am Nachmittag wahrscheinlich im Schatten. Er ist der sechstlängste in den USA. Er ist auch als Morning Glory Natural Bridge bekannt, doch tatsächlich handelt es sich um einen Alcove Arch.

Um 11.30 Uhr fuhren wir weiter und eine halbe Stunde später waren wir an den Fisher Towers, die wir nur im Gegenlicht sahen. Für ein Foto sollte man hier besser nachmittags hinkommen, doch zum Wandern soll es dann durch die westliche Ausrichtung der Felstürme vor allem im Sommer sehr heiß werden. Auf die anscheinend etwas anstrengendere Wanderung an den Fisher Towers (2,2 Meilen eine Strecke) hatten wir dann doch keine Lust. Stattdessen fuhren wir noch weiter zur Geisterstadt Cisco an der I-70. Unterwegs hielten wir an der historischen Dewey Bridge von 1910, die bis 1986 die Überquerung des Colorado sicherstellte. Es war interessant zu sehen, wie schnell die roten Felslandschaften am Colorado in ockerfarbene Wüstenlandschaft übergingen. Der doch recht weite Abstecher nach Cisco, das wir gegen 13 Uhr erreichten, hat sich aber eigentlich nicht gelohnt, da der Ort nur noch wie ein großer Müllabladeplatz wirkte mit verfallenen Häusern und Schrottautos. Außerdem ist er in Privatbesitz, so dass man nicht ohne Erlaubnis zwischen den Häusern herumlaufen darf. Aber ein paar Blicke aus dem Auto entlang der Straße genügten auch. Auf gleicher Strecke ging es zurück.

Um 14 Uhr bogen wir dann auf den La Sal Mountains Loop ein. Innerhalb kürzester Zeit lässt man hier die roten Felsenschluchten hinter sich und taucht in eine grün-weiße Bergwelt ein. Von oben hat man noch mal einen tollen Blick auf das Castle Valley, und von weitem konnten wir auch den Arches National Park von oben erkennen. Auf der anderen Seite blickt man dann bis in die Canyonlands, die am Nachmittag allerdings nur im Gegenlicht zu sehen waren. Die Colorado River Road in Verbindung mit der La Sal Mountains Loop Road ist meiner Meinung nach auch eine gute Alternative zum Highway 95, da man auch hier durch rote Felsenschluchten fährt. Man blickt zwar nicht auf den Colorado hinab, dafür fährt man direkt neben ihm. Und statt der Kulisse der Henry Mountains hat man die La Sal Mountains, die möglicherweise sogar noch schneebedeckt sind. Eine Rundtour von/bis Moab auf dieser Straße beträgt etwa 60 Meilen. Um 15.15 Uhr waren wir wieder in Moab. Da wir zum ersten Mal frühzeitig im Hotel waren, nutzte ich die Gelegenheit, den Pool und Spa auszuprobieren. Zum Abendessen waren wir im Zax, das eine preiswerte Pizza- und Salatbar anbietet. Aber eigentlich gibt es auch alles andere. Die Portionen waren großzügig.


Donnerstag, 11. Mai – Arches National Park
Wetter: 29 °C, sonnig
Gefahrene Meilen: 57
Übernachtung: La Quinta Inn, Moab

Am Donnerstag sollten es 29 °C werden, aber am Vormittag zeigte sich der Himmel noch leicht bedeckt, und der Wind war noch kühl. Gegen 9.15 Uhr kamen wir los. Heute stand mein Lieblingspark, der Arches NP auf dem Programm. Beim letzten Mal hatten wir nur einen Nachmittag Zeit und sind nicht mehr bis zum Ende gekommen. Diesmal wollten wir nachholen, was wir verpasst hatten. Zunächst fuhren wir noch mal zur Windows Section, wo wir gegen 10 Uhr ankamen. Wir liefen den kurzen Weg zum North und South Window und zum Turret Arch hoch, und dann noch den Weg zum Double Arch. Die Windows lagen im Gegenlicht, aber Turret Arch und Double Arch waren im besten Licht zu sehen. Für die kurzen Wege brauchten wir immerhin 40 Minuten. Dann ging es durch bis zum Parkende am Devils Garden. Diesmal wollten wir uns den Landscape Arch nicht entgehen lassen. Um 11.15 Uhr starteten wir am Trailhead. Es ist fraglich, wie lange der Landscape Arch, der der längste der Welt sein soll, noch der Erosion standhalten wird. Wir liefen auch noch weiter bis zum Double O Arch. Mit allen Abstechern zu am Weg gelegenen Arches brauchten wir hin und zurück insgesamt 3 Stunden. Der Navajo Arch hat sich eigentlich nicht gelohnt. Es ist nur ein großes Loch in einer Felswand. Bis zum Dark Angel soll es sich wohl auch nicht unbedingt lohnen weiterzulaufen. Das haben wir uns dann auch geschenkt. Der Trail war recht moderat zu laufen und bot einige schöne Ausblicke. Ein Stück geht über einen schmalen Felsrücken. Auf dem Rückweg hat man dann die La Sal Mountains im Blick. Man kann auch noch einen etwas weiteren Rundweg über einen Primitive Trail zurücklaufen.

Den Delicate Arch, Utahs Wahrzeichen, wollten wir diesmal auch nicht nur aus der Ferne betrachten. Um 15.10 Uhr waren wir am Trailhead. Für den 146 m Anstieg über 1.5 Meilen brauchten wir 35 Minuten. Mittlerweile war es sehr warm, und es gab keinen Schatten. Der letzte Teil des Weges führt an einer schmalen Felskante entlang, und man sieht den Arch erst, wenn man fast davor steht. Der Delicate Arch zeigt sich von seiner besten Seite am späten Nachmittag oder zum Sonnenuntergang. Es ist wirklich beeindruckend, wenn er auf einmal vor einem auftaucht, mit den La Sal Mountains im Hintergrund. Wir schafften es sogar, ein paar Fotos ohne Leute im Hintergrund zu bekommen! Um 17 Uhr waren wir wieder unten. Dann ging es zurück nach Moab. Zum Abendessen gingen wir noch mal in die Moab Brewery. Die Burger waren auch gut.


Freitag, 12. Mai – Monument Valley, Little Coal Mine Canyon
Wetter: 25-28 °C, sonnig
Gefahrene Meilen: 311
Übernachtung: Cameron Trading Post, Cameron

Diesmal stand uns eine lange Autofahrt bevor. Um 8.45 Uhr fuhren wir aus Moab ab. Wir hatten Bilderbuchwetter. Es ging auf der 191 nach Süden, am Wilson Arch und den Navajo Twins in Bluff vorbei, dann auf die 163 über Mexican Hat zum Monument Valley, wo wir gegen 11.45 Uhr ankamen. Der Monument Valley Tribal Park befindet sich auf Indianerland. Pro Person zahlt man $5. Beim letzten Mal genossen wir nur die Aussicht vom Visitor Center, diesmal fuhren wir auch die 17-Meilen-Dirt-Road durch das Tal. Man kann die Strecke auch mit einem normalen PKW fahren, teilweise erschien sie uns dafür aber doch etwas haarig aufgrund von Steinen und Sand, und am Schluss geht es noch mal steil den Hang rauf. Wir sahen hier sogar ein Auto mit Achsbruch am Wegesrand stehen. Für die Strecke wurden 2 Stunden veranschlagt. Für unseren Jeep war es jedoch kein Problem, und wir brauchten nur 1 ¼ Stunden. Es gab noch ein paar nette Aussichten, aber eigentlich sieht man auch nicht viel mehr als vom Aussichtspunkt. Ab Kayenta ging es dann auf den Highway 160 Richtung Tuba City. Die Landschaft wurde immer trostloser, und die Straße zog sich.

Wir machten noch einen knapp 1-stündigen Abstecher zum Coal Mine Canyon. Hierzu geht es in Tuba City auf die 264 nach Süden/Osten Richtung Keams Canyon. Nach ca. 15 Meilen kurz vor dem Milepost 337 zweigt links eine Dirt Road ab. Man fährt ca. 500 m Richtung Windrad, das man schon von weitem sieht. Kurz hinter dem Windrad steht man dann am Rand des Canyons. Hier befinden sich auch ein paar Picknicktische in praller Sonne. Der Canyon erinnert an den Bryce Canyon, nur ist er viel kleiner, aber dafür bunter: grau, rot, weiß. Wenn man schon mal in der Gegend ist, lohnt auf jeden Fall ein Blick, das Absteigen in den Canyon soll nicht ganz so einfach sein. Der Canyon ist nicht ausgeschildert, aber ich habe festgestellt, dass er sogar in unserem Reiseführer (Dumont) erwähnt ist.

Zurück auf der 160 bogen wir auf die 89 Richtung Cameron ab. Hier kamen wir kurz nach 16 Uhr (15 Uhr Arizona-Zeit, da sie keine Sommerzeit haben) an. Wir bezogen unser vorgebuchtes Zimmer (denn hier gibt es kaum Alternativen) für $84 inklusive Tax in der Cameron Trading Post. Die Zimmer sind sehr nett eingerichtet und groß. Wir hatten 2 Betten, einen Coffee Maker, HBO und Aussicht auf die Little Colorado River Gorge. Der angeschlossene Laden ist sehr touristisch, und auch im Restaurant war viel los, aber das Essen war gut und reichlich. Ich probierte die lokale Spezialität Navajo Taco (frittiertes Brot mit Rindfleisch, Bohnen, Salat, Tomaten, Käse, Chili). Mit Trinkgeld bezahlten wir $26.50. Von unserem Zimmer aus konnten wir den Sonnenuntergang beobachten.


Samstag, 13. Mai – Grand Canyon
Wetter: ca. 30 °C, morgens bewölkt, nachmittags sonnig
Gefahrene Meilen: 201
Übernachtung: Holiday Inn Express, Page

Zum Frühstück und zum Mitnehmen kauften wir uns etwas im Laden. Um 8 Uhr machten wir uns auf den Weg. Nach 40 Minuten erreichten wir den East Entrance des Grand Canyon National Parks. Die Parkgebühr hat sich dieses Jahr von $20 auf $25 erhöht, aber wir haben ja unseren Nationalparkpass. Wir hielten an fast jedem Aussichtspunkt, gegen 11 Uhr kamen wir dann im Grand Canyon Village an. Dort gibt es auch einen gut sortierten Supermarkt. Während es morgens noch ziemlich bewölkt war, hatten wir mittags beste Fernsicht. Es waren bestimmt an die 30 °C. Da man ab hier mit dem Auto nicht weiterkommt, nahmen wir noch den Shuttle zum Maricopa Point und liefen von dort zum Powell Point (der Weg ist leider nicht so schön, da man um die alte Mine herumlaufen muss, erst danach führt der Trail direkt am Rim entlang) und Hopi Point. Die restliche Strecke bis Hermits Rest schenkten wir uns, letztendlich sind die Ausblicke ja meist doch sehr ähnlich, und es hätte uns mit dem Shuttle Bus einfach zu lange gedauert. Der Bus auf der Rückfahrt war so voll, dass einige Leute auf den nächsten Bus warten mussten. Demnächst soll es ein neues Mass Transportation System geben, so dass man überhaupt nicht mehr selbst am Rim entlangfahren kann. Angesichts der Massen von Leuten und begrenzten Parkkapazitäten macht es sicher Sinn, aber es erfordert auch einen wesentlich höheren Zeitaufwand, um die einzelnen Aussichtspunkte zu besuchen. Der Vorteil ist, dass man an einem Aussichtspunkt aussteigen und bis zum nächsten laufen kann. Der Zug aus Williams war inzwischen auch angekommen, und wir machten noch ein Foto. Wir sahen auch ein paar der hier wieder angesiedelten Kondore über der Bright Angel Lodge kreisen.

Um 13.30 Uhr machten wir uns schließlich auf den Rückweg. Ohne Stops brauchten wir bis zum East Entrance 45 Minuten. Wir machten noch eine kurze Pause im öffentlichen Garten der Cameron Trading Post. Von dort waren es noch 80 Meilen bis Page, wo wir gegen 16.30 Uhr ankamen. Wir checkten im recht zentral gelegenen Holiday Inn Express ein, wo wir für 3 Nächte mit King Size Bed vorgebucht hatten. Wir fragten noch, ob es möglich wäre, stattdessen zwei Queen Size Betten zu bekommen, aber das Hotel ist ausgebucht. Wir hatten schon bei der Buchung Mitte April gemerkt, dass es offensichtlich knapp wurde. Der Montag schien zunächst ausgebucht zu sein, dann hatten wir aber doch noch Glück. Zwei Wochen vorher hätten wir allerdings noch ca. 10 Dollar pro Übernachtung weniger bezahlt! Jetzt bekamen wir für $81 (ohne Tax) ein großes Zimmer mit W-LAN und Coffee Maker. Es gibt aber auch 24 Hours Complimentary Coffee im Frühstücksraum. Ein Luxury Continental Breakfast ist inbegriffen, und einen Pool gibt es auch.

Zum Abendessen waren wir mit Eva und André, die an diesem Abend im gleichen Hotel abgestiegen waren, im Ken’s Old West, wo am Samstagabend eine Live-Band Country Songs aufspielte. War mal ganz witzig. Leider gab es nur wenige preiswerte Gerichte. Der Burger und die Suppe waren jedoch gut, die Salatbar war nicht ganz so empfehlenswert (oder wir waren gegen 19.30 Uhr schon zu spät dran). 15% Trinkgeld wurden auf die Rechnung gleich draufgeschlagen. Das ist uns in diesem Urlaub nur hier passiert.


Sonntag, 14. Mai – The Wave
Wetter: ca. 32 °C, morgens sonnig, nachmittags leicht bewölkt
Gefahrene Meilen: 89
Übernachtung: Holiday Inn Express, Page

Am 14.5. stand das Highlight unserer Reise an: „The Wave“! Wir hatten es geschafft, einen Permit für die Coyote Buttes North über das Internet zu bekommen. Das Wetter spielte auch mit, also stand unserer Wave-Begehung nichts mehr im Weg. Wir wachten nach Utah-Zeit auf, also kamen wir nach Arizona-Zeit früh los: 7.15 Uhr. Für die Paria Contact Station war es bereits 8.15 Uhr, da sie sich in Utah befindet. Aber da wir unsere Permits mit Wegbeschreibung in der Tasche hatten, brauchten wir dort nicht hin. Frühstück gab es bereits ab 7 Uhr, es war gut: warme Cinnamon Rolls, Toast, Bagel, verschiedene Cereals, Muffins, Äpfel, Bananen, Kaffee, Tee, Hot Chocolate. Wir fuhren auf die 89 in Richtung Kanab und bogen ein paar Meilen hinter der Paria Contact Station in einer Kurve auf die Houserock Valley Road ein, die bei Trockenheit zwar auch mit Normal-PKWs befahrbar ist, aber bei Nässe auch für Allradfahrzeuge unpassierbar wird. Eine Stunde nach Abfahrt kamen wir am Wire Pass Trailhead an. Ein paar Autos standen schon dort. Es war sonnig, und es wehte ein leichter angenehmer Wind. Bis zur Wave liefen wir 1,5 Stunden. Die nicht markierte Strecke war sehr abwechslungsreich, aber es gab kaum Schatten. Wir orientierten uns immer wieder an den Fotos auf der Wegbeschreibung. Unterwegs begegnete uns ein Ranger, der die Permits kontrollierte. Er gab uns noch den Tipp, nicht die Sanddüne am letzten Stück vor der Wave hinaufzulaufen, wie es in der Beschreibung angegeben war, sondern über die Felsen daneben, sonst ist man schon zu kaputt, wenn man oben ankommt.

Der erste Eindruck von der Wave war bereits überwältigend. Das Spiel der Farben und Formen ist einzigartig. Wir trafen ein paar Amerikaner und zwei deutsche Pärchen, aber nicht alle der 20 Permit-Besitzer des Tages sind uns begegnet. Am Hauptbereich der Wave hatten sich drei professionelle Fotografen aufgebaut, so dass man die Wave erst nicht ohne Personen von oben fotografieren konnte, aber ansonsten konnte man sich arrangieren und später waren sie weg. Ein deutsches Pärchen hatte die Permits am Tag zuvor über die Verlosung in der Paria Contact Station bekommen. Sie erzählten, dass sich 50 Leute dafür angestellt hätten. So viele waren bisher wohl noch nie dort! In den Tagen davor sollen es um die 30 gewesen sein. Wir kletterten ein bisschen herum, fanden die Second Wave und stiegen bis zum Melody Arch hoch, der nicht ganz so einfach zu finden war. Der Weg vom Top Rock wieder nach unten erwies sich dann auch noch mal als ziemlich steil. Wir haben die Brain Rocks und den Hamburger gesehen, aber bis zum Big Mac sind wir nicht mehr gelaufen. Insgesamt waren wir drei Stunden vor Ort. Gegen 13 Uhr machten wir uns auf den Rückweg, obwohl man sich hier sicher noch einiges an faszinierenden Felsformationen hätte anschauen können. Mittlerweile war es bis zu 32 °C heiß, aber langsam kamen Wolken auf.

Auf dem Hinweg sollte man sich ein paar Mal umschauen und versuchen zu merken, wo es langgeht, denn teilweise war der Rückweg nicht ganz so einfach zu finden, vor allem die Stelle für den letzten Abstieg. Das letzte sandige Stück bevor es wieder in den Wash geht, war noch sehr anstrengend. Insgesamt haben wir zu zweit knapp vier Liter Wasser getrunken, sechs hatten wir dabei. Gegen 16 Uhr waren wir wieder in Page, und der Pool wurde noch ausprobiert. Das Wasser war sehr kalt (wohingegen der Pool im La Quinta Inn in Moab anscheinend beheizt war), und in der Sonne wurde man noch gebraten. Diesmal ging’s zum Abendessen zu Fuß ins um die Ecke gelegene Fiesta Mexicana, das auch von der Hotelrezeption empfohlen wurde. Der Service war superschnell (fast schon zu schnell), aber das Essen war sehr gut. Für 2 Burrito-Gerichte und 2 Orangensäfte zahlten wir $27 mit Trinkgeld.


Montag, 15. Mai – Wahweap Hoodoos – Toadstool Hoodoo – Paria Movie Set – White Rocks
Wetter: ca. 32 °C, sonnig
Gefahrene Meilen: 154
Übernachtung: Holiday Inn Express, Page

Heute war Hoodoo-Tag. Zunächst mussten wir die Schlacht am Frühstücksbüffet hinter uns bringen. Der Nachteil der großen Hotelketten ist, dass hier auch Reisebusse absteigen. Das macht sich dann insbesondere beim Frühstück (falls vorhanden) bemerkbar. Jetzt wurde das Frühstücksbüffet schon zum zweiten Mal (1x bereits in Moab) von einer französischen Reisegruppe gestürmt. Nichts gegen die Franzosen an sich, aber es herrscht Chaos und mit der Ruhe ist es vorbei!

Wir fuhren wieder früh los: 7.45 Uhr. Der Himmel war strahlend blau bei bald 30-35 °C. Immerhin wehte meist noch ein angenehmer Wind. Es ging wieder auf die 89 Richtung Kanab. Zunächst wollten wir versuchen, die Wahweap Hoodoos zu finden. Anscheinend ist die von uns gewählte Variante kein offizieller Weg, und die Ranger wollen nicht, dass man dort langfährt, aber wir wollten uns 8 Meilen Fußmarsch (hin und zurück) ab Big Water ersparen – und was nicht offiziell verboten ist... Eigentlich steht es ja immer dran (Private – No Trespassing), wenn man irgendwo nicht langfahren darf. Zwischen Milemarker 17 und 18 bogen wir also um 8.15 Uhr auf die Cottonwood Canyon Road ein. Nach ca. 1,4 Meilen ging es rechts auf die BLM 431. Nach 4 Meilen auf dieser Straße kamen wir hinter einer Wash-Durchquerung an eine Kreuzung der BLM 431/430. Wir fuhren auf der 431 rechts weiter. Kurz darauf kam das erste geschlossene Gatter. Diese Zäune sollte man nach Durchfahrt immer so hinterlassen, wie man sie vorgefunden hat. Hier weideten auch ein paar Rinder. Also durch und wieder zumachen. Wir folgten nun immer der Hauptroute. Wir navigierten noch durch 2 weitere Gatter: eins offen, eins zu. Kurz vorm Ziel geht noch eine Dirt Road nach rechts ab, die zum sogenannten Sidestep Canyon führt, was jedoch nicht ausgeschildert ist. Wir fuhren weiter geradeaus. Nach ca. 10 Meilen ab der CCR geht es ziemlich steil in eine Senke hinunter, dann folgte noch mal ein Gatter, das offen war. Dahinter stellten wir unser Fahrzeug ab und machten uns zu Fuß auf den Weg. Es war kurz vor 9 Uhr. Theoretisch könnte man zwar im Flussbett noch weiterfahren, aber das erschien uns dann doch zu haarig. Wir gingen etwa eine Meile nach Süden durch den Wash immer auf eine weiße Felswand zu, wobei man auch noch mal durch einen Zaun musste. Im ersten kleinen Seitental nachdem man die Felswand umrundet hat, ist noch nichts zu sehen, aber man sieht rechts einen Trampelpfad hochgehen. Im nächsten Seitental erschienen dann schon die bekannten White Ghosts. Nach knapp 20 Minuten Fußmarsch standen wir direkt davor. Es soll noch zwei weitere Täler geben, aber die schönsten Hoodoos sollen in diesem Seitental stehen. Also machten wir uns gar nicht weiter auf die Suche. Das beste Licht hat man wohl am Vormittag, da die Hoodoos sonst bald im Schatten liegen. Um kurz nach 10 Uhr waren wir wieder am Auto. Auf dem Rückweg kamen uns noch 3 weitere SUVs mit (wie es aussah) Touristen entgegen. Ganz so einsam wie wir dachten, war es hier also doch nicht. Um 10.50 Uhr bogen wir wieder auf die 89 ein.

Weiter ging es zu den Paria Rimrocks mit dem markanten Toadstool Hoodoo. Am Milemarker 19, ca. 1,5 Meilen östlich der Paria Contact Station, wo die Stromleitungen nach Norden abknicken, gibt es einen Parkplatz am Trailhead, der jedoch nicht gekennzeichnet ist. Man passiert eine Lücke im Zaun und trägt sich ins Trailhead Register ein. Nun wendet man sich nach Norden und geht immer im Wash bzw. auf dem Trampelpfad direkt daneben. Nach 15 Minuten waren wir bereits am Toadstool Hoodoo. Das beste Licht soll man wohl am Nachmittag haben, aber auch am späten Vormittag sah er ganz gut aus. In westlicher Richtung soll es noch ein paar weiße Hoodoos geben, aber dort sind wir nicht mehr hingelaufen, da wir erst nachher noch mal davon gelesen hatten. Um 11.45 Uhr waren wir wieder am Auto.

Nun fuhren wir zum Paria Movie Set. Am Milemarker 30, nicht weit hinter der Houserock Valley Road geht rechts eine gute Dirt Road ab, die auch problemlos mit einem normalen PKW zu befahren ist. Es war kurz nach 12 Uhr, und 10 Minuten später waren wir bereits am nachgebauten Movie Set. Die Originalgebäude wurden 1998 von einer Überschwemmung in Mitleidenschaft gezogen und abgebaut. Zuletzt entstand hier ein Film mit Clint Eastwood. Den neu gebauten Gebäuden fehlt das Flair der Vergangenheit, aber allein schon die schöne Landschaft lohnt die Anfahrt. Die Felsen rund um die Film Location erstrahlen in allen Farben! Von der ursprünglichen Paria Townsite ist nur noch ein uninteressanter Friedhof ein Stück weiter die Straße hinunter erhalten geblieben.

Zurück auf der 89 fuhren wir wieder in Richtung Page. Wir wollten noch bei den White Rocks vorbeischauen. Kurz hinter Church Wells geht am Milemarker 13 links eine nicht bezeichnete Dirt Road ab, die schließlich in die BLM 435 übergeht. Gegen 13 Uhr bogen wir hier ein. Die Straße ist in gutem Zustand und könnte auch mit 2WD befahren werden, bis auf 2 Sandhügel kurz vor Schluss, würde ich sagen, wo die Straße auch in eine ATV-Piste übergeht. Manchmal kann es wohl auch schlammig werden, aber bei uns war alles trocken. Wir passierten ein Gatter und einen Zaun, aber alles war offen. Schon von weitem sieht man die weißen Felsen, und man kann einige Hoodoo-Formationen erkennen. Man fährt an mehreren Seitentälern vorbei. Eigentlich braucht man gar nicht aus dem Auto auszusteigen. Die Straße endet irgendwann nach ca. 5 Meilen. Wir kamen an ein paar kleineren Hoodoos vorbei, verglichen mit den White Ghosts waren sie aber nicht mehr sonderlich beeindruckend. Der Abstecher war ganz nett, ist aber meiner Meinung nach kein Muss, vielleicht als Alternative für die Wahweap Hoodoos. Nach einer halben Stunde waren wir wieder auf der 89.

Wir fuhren noch zum Lone Rock, einem riesigen Felsen, der im Wasser des Lake Powell steht. Man muss eine Day Fee entrichten oder den National Parks Pass vorweisen. Anschließend ging es noch zum Wahweap Scenic View, auch an der 89, von wo man auf den Lake Powell hinunterschaut. Am Nachmittag steht das Licht besser als am Vormittag. Zuletzt bogen wir noch auf den Scenic View Drive in Page ab, von wo man auf den Glen Canyon Staudamm blicken kann, nachdem man zum Aussichtspunkt hinuntergeklettert ist. Um 14.45 Uhr waren wir zurück in Page.

Zum Abendessen gingen wir ins Bella Napoli, wo für $10 ein All-you-can-eat Buffet inklusive Getränken angeboten wurde. Geschmacklich war es ganz gut. Die Suppen und die Salatbar waren gut. Nudeln und Pizza hätten aber mal nachgelegt werden können, das war reichlich knapp. Obwohl mittlerweile Wolken aufgezogen waren, fuhren wir anschließend noch zum Antelope Point, um den Sonnenuntergang zu sehen. Allerdings steht man hier doch ziemlich tief, so dass man keinen sehr guten Blick hat. Auch hier braucht man den National Parks Pass, allerdings machten die Parkwächter gerade Feierabend. Sonnenuntergang nach Arizona-Zeit war gegen 19.30 Uhr.

Von Page aus kann man auch einen Schiffsausflug auf dem Lake Powell zur Rainbow Bridge, einem riesigen Felsbogen auf Indianerland unternehmen. Die 7,5-stündige Tour soll jedoch über $100 pro Person kosten.


Dienstag, 16. Mai – Lower Antelope Canyon – Horseshoe Bend – Johnson Canyon Movie Set – Coral Pink Sand Dunes
Wetter: ca. 25-30 °C, vormittags sonnig, nachmittags bewölkt
Gefahrene Meilen: 251
Übernachtung: Bob Bon Inn, Kanab

Am Dienstag machten wir uns um kurz nach 8 Uhr auf den Weg. Wir fuhren auf die 98 Richtung Kayenta zum Lower Antelope Canyon. Kurz vor dem Kraftwerk geht es rechts zum Upper Antelope Canyon. Hier kommt man allerdings nur mit den Navajos hin, der Einstieg ist zwar einfacher, aber der Aufenthalt ist begrenzt, und man sollte am besten zur Mittagszeit dort sein, wenn die Sonnenstrahlen in den Canyon scheinen, die sogenannten „Beams“. Wir entschieden uns jedoch für den Lower Antelope Canyon, der bis auf die Beams spektakulärer sein soll. Hierzu biegt man vorm Kraftwerk links in Richtung Antelope Point ab. Kurz darauf geht es wieder links. Man zahlt pro Person $6 Fee für die Betretung von Navajo-Land und $15 für die Betretung des Canyons (wenn man beide Canyons an einem Tag besucht, spart man die Navajo-Gebühr, die man dann nur 1x zahlen muss). Der Canyon ist ab 8 Uhr geöffnet. Das beste Licht zum Fotografieren, wie wir u.a. vor Ort gehört haben, hat man hier früh morgens oder am späteren Nachmittag, wenn noch nicht so viel Licht in den Canyon einfällt. Für gute Bilder braucht man auf jeden Fall ein Stativ, da es unten im Canyon ziemlich dunkel ist und man die besten Bilder ohne Lichteinfall macht, da sonst die Kontraste zwischen hell und dunkel zu groß sind. Wir waren von 8.30 Uhr bis 10.30 Uhr dort, es wurde jedoch kein Zeitlimit erwähnt. Es waren auch nur relativ wenige Leute dort, so dass man weitgehend in Ruhe fotografieren konnte. Um in den Canyon hineinzugelangen, geht man ein paar Meter vom Parkplatz einige Leitern hinunter. Zwischendurch wird der Canyon relativ eng, aber es war kein Problem, sich mit Rucksack, Kamera und Stativ hindurchzuquetschen. Am Ende führt dann noch mal eine Leiter nach oben. Man kann oben herum oder wieder durch den Canyon zurückgehen. Unten war es noch recht kühl, während man oben schon wieder in der Hitze stand. An meinem Geburtstag 1997 sind 11 Touristen im Canyon bei einer plötzlichen Flash Flood ertrunken. Am Eingang steht eine Gedenktafel.

Anschließend fuhren wir zur 89 und parkten am Trailhead zum Horseshoe Bend Overlook. Den Sandhügel rauf und runter zu laufen war in der Hitze kein besonderes Vergnügen, aber allzu weit war es zum Glück nicht, vielleicht eine halbe Meile. Das Licht war am Vormittag optimal, am Nachmittag soll die Flussbiegung im Schatten liegen. Nach einer halben Stunde waren wir wieder am Auto, so dass wir uns um 11.15 Uhr auf die Weiterfahrt machten. Um nach Kanab zu kommen, wollten wir über die Alt 89 fahren, den Vermillion Cliffs Scenic Highway. Es geht an der historischen Navajo Bridge vorbei, die sich über den Marble Canyon mit dem Colorado spannt, und an den Cliff Dwellers, wo sich in den 30ern Leute in Felsenwohnungen niedergelassen hatten. Kurz hinter dem südlichen Ende der Houserock Valley Road (21 Meilen sind es von hier bis zum Wire Pass) fährt man von 4000 auf 8000 Fuß Elevation hoch, und es gibt noch einen Aussichtspunkt zurück auf die Vermillion Cliffs und die Ebene. In der Ebene geht noch eine Dirt Road ab, wo man anscheinend Bisons beobachten kann. Bald kommt man nach Jacob Lake, wo sich der Abzweig zum North Rim des Grand Canyons befindet. Insgesamt ist die Alt 89 an sich aber auch nicht schöner zu fahren als die nördlichere Route über die 89. Je mehr wir uns Kanab näherten, desto dunkler wurden die Wolken. In der Ferne blitzte es.

Um 14.15 Uhr Arizona-Zeit (15.15 Uhr Utah-Zeit) kamen wir in Kanab an. Es war kein Problem, ein Zimmer im Bob Bon Inn zu bekommen. Es ist recht groß, mit 2 Betten, Kühlschrank und Mikrowelle für $66 inklusive Tax. Nur der kleine Pool sah zur Zeit nicht besonders sauber aus. Noch hielt sich das Wetter. Wir machten uns direkt noch mal auf den Weg in den Johnson Canyon, 10 Meilen östlich von Kanab an der 89. Nach etwa 5 Meilen ab dem Abzweig sieht man das Johnson Canyon Movie Set auf der rechten Seite liegen. Die Gebäude sind schon halb verfallen und leider nicht zugänglich, sehen aber aus, wie man sich eine alte Ghost Town vorstellt. U.a. soll hier „Gunsmoke“ („Rauchende Colts“) gedreht worden sein. Da wir noch zu den Coral Pink Sand Dunes wollten, beschlossen wir, die Straße einfach weiterzufahren. Sie geht nach einer Weile in einen ungeteerten, aber auch mit Normal-PKW zu befahrenden Abschnitt, die Glendale Bench Road (600), über. An der Abzweigung nach Alton geht es geradeaus nach Glendale weiter. Hier erwies sich wieder die Karte vom BLM zum Grand Staircase Escalante National Monument als hilfreich.

Wir bogen schließlich wieder auf die 89 Richtung Süden ein und dann auf die Straße zum Coral Pink Sand Dunes State Park, auf der noch 12 Meilen zu fahren sind. Gegen 16.30 Uhr (Arizona-Zeit – da dies auch der Nevada-Zeit entspricht, wo wir einen Tag später wieder waren, sind wir einfach bei dieser Zeit geblieben) kommen wir an. Leider ist die Sonne gerade in diesem Moment hinter einer großen dunklen Wolke verschwunden. Deshalb fahren wir nicht bis zur Entrance Station ($5 Day Fee) durch, aber wir stellen fest, dass sich schon an der Zugangsstraße zwei Stellen mit Parkplätzen befinden, an denen man in die Sanddünen hineinlaufen kann. Hier schauen wir uns um. Da es nicht so aussieht, als ließe sich die Sonne bald wieder blicken, fahren wir nach Kanab zurück. Gegen 17.15 Uhr sind wir dort und gehen erst mal im Houston’s Trail’s End Restaurant essen. Die Kellnerinnen tragen hier alle einen Colt an der Hüfte! Das Essen war gut. Kurz nach 18 Uhr sind wir wieder draußen, und die Sonne scheint wieder! Also beschließen wir, noch mal zu den Sanddünen zurück zu fahren. Von Kanab aus fährt man eine knappe halbe Stunde (18 Meilen) über die südliche Zufahrt. Nun ist das Licht viel besser. Nachmittags soll ja das beste Licht für die Sand Dunes sein. Allerdings leuchten sie meiner Meinung nach nicht pink sondern orange. Kurz nach 19 Uhr sind wir wieder in Kanab.


Mittwoch, 17. Mai – Zion National Park – Las Vegas
Wetter: bis 39 °C, sonnig
Gefahrene Meilen: 205
Übernachtung: Aladdin Resort & Casino, Las Vegas

Mittwoch war sonnig und warm. Wir fuhren kurz nach 9 Uhr aus Kanab los, nachdem wir uns noch mit ein paar Teilchen und Kaffee aus dem Supermarkt versorgt hatten. Wir beschlossen, noch mal über den Zion zu fahren, anstatt die Route unten herum über die 59 zu nehmen. Meilenmässig war es kaum ein Unterschied, und wir hatten ja den Nationalparkpass. Gegen 9.50 Uhr erreichten wir den East Entrance. Man fährt auf dieser Straße wirklich durch eine einmalige Landschaft, nur am langen Tunnel mussten wir kurz warten, da bei Wohnmobilen und Bussen immer eine Seite gesperrt werden muss, damit sie passieren können. Am Wegesrand blühten jetzt überall die Kakteen. In Hurricane machten wir noch mal kurz Halt bei einem Milchshake von Dairy Queen.

Nach Las Vegas rein hatten wir noch etwas Stau, gegen 14 Uhr waren wir dann im Hotel. Wir hätten wohl besser den Valet Parking Service nutzen sollen, denn von der Self Park Area musste man mit dem ganzen Gepäck erst einmal quer durch die Shopping Passage zum Hotel Check-in laufen. Wir hatten zwei Nächte im Aladdin gebucht, eine Special Rate für $49 plus Tax (das zweitbilligste Hotel auf unserer ganzen Reise!). Das Zimmer war groß mit zwei Betten, großem Bad und Safe (in den unser Laptop leider nicht reinpasste). Internet sollte $12 pro Tag kosten (die wollen wohl eher, dass die Leute zocken statt surfen!). Ein Zimmer mit Blick auf die Bellagio Fontänen kostet $30 pro Nacht extra. Wir hatten immerhin einen seitlichen Blick und einen schönen Blick auf das südliche Ende des Strip mit MGM, Excalibur und Luxor. 1998 wurde das alte Aladdin abgerissen. Der Neubau mit orientalischem Flair hat 2600 Zimmer. Das Aladdin wird momentan jedoch zum Planet Hollywood Resort & Casino umgebaut, das Ende des Jahres fertig sein soll. Von der Baustelle wurden wir jedoch nicht beeinträchtigt. Die Lage mitten am Strip ist super. Vom Pool in der 6. Etage hat man einen Blick auf den Eiffel Tower.

Am Nachmittag spazierten wir noch ein wenig am Strip entlang, schauten uns diverse Hotels von innen an (Paris, Flamingo, Venetian, Mirage) und liefen kurz durch die Forum Shops. Draußen war es heiß wie in einem Backofen (39 °C), so dass ein klimatisiertes Hotel immer wieder eine Wohltat war. In vielen Hotels läuft man wie in einer europäischen oder arabischen Stadtkulisse mit künstlichem Himmel. Im Aladdin geht jede volle Stunde ein Rainstorm in der Einkaufspassage nieder. Vor dem Venetian und auch drinnen zwischen den Shops fahren Gondeln mit singenden Gondolieren. Im Mirage kann man die weißen Tiger sehen und für $15 den Secret Garden mit Dolphin Habitat besuchen. Im MGM gibt es ein kostenloses Löwenhabitat. Für $9 kann man auf den Eiffel Tower hochfahren.

Zum Abendessen gingen wir ans Büffet im Flamingo, von wo aus man die Vögel im Garten beobachten kann (zumindest wenn man am Fenster sitzt). Hier trafen wir uns mit Carsten aus dem USA-Stammtisch-Forum. Pro Person kostet das Büffet $18 (ohne Tax und Trinkgeld), aber es war sehr gut, mit großer und reichlicher Auswahl, es gab sogar Sushi. Pro Person gaben wir einen Dollar Trinkgeld für den Kellner, der die im Preis inbegriffenen Getränke brachte. Anschließend gesellte sich noch Uwe mit seiner Mutter hinzu, und wir gingen noch an eine Bar. Zum Abschluss schauten wir uns noch die tanzenden Fontänen am Bellagio an.


Donnerstag, 18. Mai – Las Vegas
Wetter: 39 °C, bewölkt
Gefahrene Meilen: 17
Übernachtung: Aladdin Resort & Casino, Las Vegas

Am nächsten Morgen frühstückten wir am Büffet im Aladdin. Es öffnet um 8 Uhr und kostet $13 pro Person mit Getränken (ohne Tax und Tip). Wir hatten jedoch mit unserer Hotelreservierung einen Gutschein bekommen, so dass wir mit 2 Personen zum halben Preis essen konnten. Das Büffet war wirklich sehr gut mit großer Auswahl. Danach fuhren wir zum Las Vegas Outlet Center südlich vom Flughafen. Es öffnet um 10 Uhr, und man findet hier u.a. Adidas, Nike, Reebok, Wrangler, Lee, Levis, usw. Wir bekamen Lee Jeans für $18 und Adidas-Turnschuhe für $40 (plus Tax). Dann ging es noch zum Wal-Mart an der Tropicana Avenue. Der Himmel war voller dunkler Wolken, trotzdem war die Luft sehr heiß, wie ein heißer Föhn. Am Nachmittag packten wir unsere Koffer, dann gingen wir noch mal raus. Wir wollten zur Restaurantkette The Cheesecake Factory in den zum Caesars Hotel gehörigen Forum Shops zum Abendessen. Als wir kurz vor 18 Uhr ankamen, war hier bereits eine Schlange, und wir mussten 25 Minuten auf einen Tisch warten. Die Leute, die kurze Zeit nach uns kamen, mussten bereits mit einer Wartezeit von 40 Minuten rechnen! Das Essen war sehr gut. Wir zahlten $46 mit Tip für 2 Chicken Gerichte (u.a. Chicken Madeira), einfaches (d.h. kostenloses) Wasser und ein Stück Käsekuchen.

Während wir warteten, ging am Brunnen vor dem Restaurant gerade Atlantis unter. Die Atlantis Water Show mit animatronischen Statuen und die Festival Fountain Show finden immer zur vollen Stunde statt und dauern knapp 10 Minuten. Am Atlantis-Brunnen befindet sich auch ein großes Aquarium, zu dem 2x täglich kostenlose Führungen angeboten werden. Der Himmel in der Forum Shopping Mall wechselt ständig vom Tag- zum Nachthimmel und zurück. Nach dem Essen liefen wir zum Vulkan am Mirage, der nach Einbruch der Dunkelheit immer zur vollen Stunde ausbricht. Danach ging's direkt weiter zur Sirens of TI Show am Treasure Island Hotel. Wir hatten Glück, dass es gerade gepasst hat und wir nur 15 Minuten warten mussten, denn die Show findet nur alle 90 Minuten ab 19 Uhr statt. Die ehemalige Treasure Islands Pirates Battle wurde durch eine Art Action-Musical mit leichtbekleideten singenden Piratenmädels ersetzt. Pyrotechnischen Feuerzauber und das sinkende Schiff gibt es aber immer noch. Die Show dauert knapp 20 Minuten.

Las Vegas ist immer gut für etwas Neues. Die Glitzerstadt ist nachts am eindrucksvollsten und kommt mir immer wie ein riesiger Themenpark vor! Als ich 1991 zum ersten Mal hier war, war das Excalibur das neueste Hotel, bei meinem nächsten Besuch 1998 war das Luxor noch recht neu und das Paris und Venetian wurden gerade gebaut. Das neueste Hotel müsste zur Zeit das Wynn’s sein, demnächst soll u.a. wohl noch ein Trump-Hotel gebaut werden. Auch die Wassermassen, die hier in der Wüste in Bewegung versetzt werden, können einen nur in Erstaunen versetzen oder den Kopf schütteln lassen. Auch wenn man kein Spieler ist, lohnt es sich Las Vegas nicht nur einmal gesehen zu haben. Man sollte jedoch innerhalb der Woche kommen, dann kann man leicht ein Schnäppchen machen. Am Wochenende steigen die Übernachtungspreise um das Doppelte und Dreifache! Die öffentlichen Verkehrsmittel haben wir nicht benutzt. Es gibt den Monorail ($3 pro Fahrt, Tageskarte $15; echte Stationen sollen folgende sein: MGM, Bally’s, Flamingo, Harrah’s, Hilton, Sahara) und den Bus „The Deuce“ ($2 one-way, $5 all day).


Freitag, 19. Mai – Rückflug Las Vegas - Düsseldorf
Gesamtmeilen: 2997

Der 19.5. war Abreisetag. Da unser Delta-Flug auf 7 Uhr vorverlegt wurde, hieß es früh aufstehen. Um 3.45 Uhr klingelte der Wecker. Wir checkten aus dem Hotel aus, gaben den Mietwagen bei Alamo zurück (unser Jeep hat uns gut durch alle schwierigen Off-Road-Pisten gebracht) und nahmen den Shuttle zum Check-in. Um 5 Uhr waren wir dort und reihten uns in die lange Schlange ein. Bis wir unsere Bordkarten in den Händen hielten vergingen noch mal 30 Minuten. Dann besorgten wir uns erst mal einen Kaffee bei Starbucks (guten Kaffee habe ich unterwegs wirklich vermisst!). Bis wir durch den Security Scan durch waren und mit dem Shuttle zum Domestic Terminal gefahren waren, vergingen noch mal 40 Minuten. Take-off nach Atlanta war nur 10 Minuten hinter der Zeit. Es war wieder ein wolkenloser Himmel, aber die Sicht von oben war etwas diesig. Der Flug dauerte 3,5 Stunden, zu den Getränken gab es noch einen Snack. In Atlanta mussten wir dann zum internationalen Terminal wechseln, aber wir brauchten nicht noch mal durch den Security Scan. Auch unser Gepäck war durchgecheckt, und wir brauchten uns nicht darum kümmern. Nach 30 Minuten waren wir am Gate. Vor der Ausreise musste man jedoch seinen Pass noch mal an einer Maschine einlesen lassen, Fingerabdrücke abgeben und ein Foto machen lassen, alles automatisch. 1,5 Stunden hatten wir noch Wartezeit bis zum Abflug. Der Flug nach Deutschland ging pünktlich ab, wir kamen sogar über eine Stunde früher als erwartet in Düsseldorf an, um 6.15 Uhr Ortszeit am Samstagmorgen.

Copyright © Katja Maue