USA
Lighthouses & Red Leaves Tour
Neuengland im Indian Summer
21.9. - 7.10.2006

Reiseroute:

Tag Route Meilen Unterkunft (weitere Infos in meinem Reisebericht, siehe Link)
Do 21.09. 13:30 Ankunft Newark, Besuch von Upper Manhattan 12 Holland Motor Lodge, Jersey City (NJ), $83 AAA Rate mit Tax, für New York gut und günstig, Nähe Subway-Station
Fr 22.09. New York (Lower and Upper Manhattan) 0 s.o.
Sa 23.09. New York – Essex – Mystic – Newport – Boston 287 Motel 6 Braintree (MA), $77 Internet Rate mit Tax), Nähe T-Train
So 24.09. Boston (Freedom Trail), Cambridge 0 s.o.
Mo 25.09. Boston - Salem – Gloucester – York - Cape Neddick Lighthouse – Ogunquit 134 Sea View Motel, Ogunquit (ME), $63 mit Tax, günstig und sehr schön
Di 26.09. Ogunquit - Kennebunkport - Portland Head Lighthouse - Bath – Pemaquid Point Lighthouse - Rockland – Camden 195 Birchwood Motel, Camden (ME), $80 AAA Rate mit Tax, recht kleines Zimmer für den Preis
Mi 27.09. Camden –  Camden Hills State Park – Belfast – Dyce Head Lighthouse –  Bar Harbor 128 Highbrook Motel, Bar Harbor (ME), $85 AAA Rate mit Tax, nettes Motel, günstig gelegen für Acadia NP
Do 28.09. Acadia National Park 220 s.o.
Fr 29.09. Fahrt in die White Mountains (Bar Harbor - Littleton) 274 Econo Lodge Littleton (NH), $67 Internet/AAA Rate mit Tax, sehr heruntergekommen
Sa 30.09. White Mountains (The Flume, Kancamagus Highway) 165 s.o.
So 01.10. Nordvermont (Stowe, Montpelier) 81 Riverbank Motel, Lincoln (NH), $56 mit Tax, sauber und günstig
Mo 02.10. White Mountains (Wanderung Mount Hedgehog) 101 s.o.
Di 03.10. White Mountains (Mount Washington) 158 s.o.
Mi 04.10. Lincoln – Hanover – Woodstock – Manchester – Bennington 179 Harwood Hill Motel, Bennington (VT), $70 AAA Rate mit Tax, relativ kleines Zimmer aber günstig für die Gegend
Do 05.10. Mowhawk Trail 194 Motel 6 Hartford-Southington (CT), $46 Internet Rate mit Tax
Fr 06.10. Mietwagen Rückgabe 15 Uhr Newark, Rückflug 144  

Gesamtmeilen: 2272 (3656 km)

 

Hinflug Köln - New York
Donnerstag, 21. September, 19 °C, sonnig, Fahrtstrecke 12 Meilen

Um 7 Uhr fuhren wir in Düsseldorf ab. Bis zum Köln-Bonner Flughafen brauchten wir eine halbe Stunde ohne Stau. Wir stellten unser Auto im Parkdeck 3 ab, das günstigste Langzeitparkhaus. Allerdings war es nicht so einfach, noch einen freien Stellplatz zu finden. Immerhin fanden wir dann schnell einen kostenlosen Trolley, luden unser Gepäck auf und liefen in ca. 5 Minuten zum Terminal. Um kurz vor 8 Uhr stellten wir uns in die Schlange am Continental Check-in. 15 Minuten später war alles erledigt. Wir mussten einige Fragen zur Dauer unseres Aufenthalts beantworten und ob wir schon Hotels und Mietwagen gebucht hätten. Die erste Adresse wurde dann direkt in einen PC-Terminal eingegeben. Wir mussten noch zweimal durch einen Security Scan, aber es waren nirgendwo lange Schlangen. Um 11 Uhr hoben wir mit Continental Airlines mit ca. 30-minütiger Verspätung ab. Die Maschine war nicht ganz voll, und der dritte Sitz in unserer Zweierreihe war nicht belegt. Essen und Service waren gut, aber die Unterhaltung ließ zu wünschen übrig: ein Kinderfilm und eine Jahre alte Mafiakomödie. Die Monitore waren klein und relativ weit weg. Aber dafür gab’s draußen erst mal was zu sehen. Für Deutschland waren bis zu 29 °C angesagt, und der Himmel war blau. Wir flogen über den englischen Kanal und konnten die Schiffe unten erkennen, dann kamen Dover und die Themsemündung. Ab Irland lag allerdings auf einmal alles unter einer Wolkendecke. Na ja, über dem Atlantik gibt’s außer Wasser sowieso nichts zu sehen. Als wir das amerikanische Festland erreichten, war es nur noch teilweise bewölkt. Ich nehme an, dass wir über Neufundland und Maine flogen. Wir flogen über eine größere Wassermasse, links befand sich Land, müsste Nova Scotia gewesen sein. Die Bäume sahen von oben braun-rot aus, das war schon mal vielversprechend für den Indian Summer! Eine Stunde nördlich von New York waren die Bäume noch weitgehend grün. Nach etwa 8 Stunden Flugzeit kamen wir um 13.20 Uhr in New York (Newark) an, 19.20 Uhr nach unserer Zeit. Der kurze Direktflug war doch sehr angenehm. Durch die Immigration und Customs kamen wir sehr schnell durch, so dass wir um 14 Uhr bereits draußen waren. Zur Autovermietung National fuhren wir mit dem AirTrain von Terminal C nach P3. Hier wurden wir auch gleich abgefertigt. Wir bekamen einen schönen Pontiac Grand-Prix Sportwagen (Klasse Intermediate). Kurz nach 15 Uhr waren wir bereits in unserem Motel, der Holland Motor Lodge, direkt an der Einfahrt zum Holland Tunnel. Das Zimmer war in Ordnung und für New York kann man bei dem Preis nicht meckern, zumal wir hier ja keine Parkgebühr extra zahlen mussten. Wir hatten telefonisch vorgebucht. Für $83 inkl. Tax (AAA Rate) bekamen wir ein Zimmer mit 2 Betten, Kühlschrank, Mikrowelle, W-LAN-Anschluss, Safe und großzügigem Continental Breakfast (süße Teilchen, Croissants, Obst, Cereals, Kaffee, Orangensaft).

Gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Newport Marina. Hier gibt es einen ganz angenehmen Fußweg von 10 Minuten, der auch direkt zur PATH-Station führt. Von der Marina hatten wir einen tollen Blick auf Manhattan. Für gute Fotos mit dem Empire State Building hat man allerdings noch einen doofen Betonklotz im Weg. Kurz vor 17 Uhr nahmen wir den PATH Train zur 33rd Street, was 20 Minuten dauerte. Der Zug fährt tagsüber alle 5 Minuten. Das Ticket kostete nur $1.50. Bei American Burger an der nächsten Ecke aßen wir noch einen Burger mit French Fries. Anschließend liefen wir zum Empire State Building einen Block weiter und schauten uns die Art-Deko-Lobby und die Schlange an den Aufzügen an (20-40 Minuten Wartezeit waren angegeben). Dann liefen wir die 5th Street bis zum Flatiron Building runter und den Broadway wieder hoch. Kurz nach 19 Uhr waren wir wieder am Motel.

New York
Freitag, 22. September, 19 °C, leicht bewölkt

Um 8 Uhr liefen wir los und nahmen den PATH Train von Pavonia/Newport bis WTC/Ground Zero, was nur etwa eine Viertelstunde dauerte. Bei der Einfahrt in die U-Bahn-Station konnte man sehr gut in die Baustelle schauen. Dann liefen wir Richtung World Financial Center (WFC) und Wintergarten und die Promenade entlang Richtung Battery Park. Hier konnte man sehr schön entlang spazieren, immer mit Blick auf die Freiheitsstatue. Für $11.50 hätte man mit dem Schiff nach Liberty Island übersetzen können (Tickets gibt’s im Castle Clinton) oder für $15 eine 50-minütige moderierte Tour an der Freiheitsstatue vorbei und unter der Brooklyn Bridge hindurch (Lady Liberty Hour Cruise ab Pier A am Battery Place) machen können. Die nächste Tour wäre um 10 Uhr gewesen. Doch wir entschieden uns für die kostenlose Staten Island Ferry. Die Fähre um 9.30 Uhr hatten wir leider knapp verpasst. Wir beschlossen jedoch, noch auf die nächste Fähre eine halbe Stunde später zu warten. Die Fahrt hat sich auch gelohnt. Man hat bei der Überfahrt einen tollen Blick auf die Statue of Liberty und auch einen guten Blick auf die Brooklyn Bridge. Wir nahmen dann direkt die Fähre in Gegenrichtung und waren um 11 Uhr wieder zurück. Zwischen 7.00 und 9.30 Uhr geht die Fähre an Wochentagen alle 15 Minuten, am Wochenende vormittags teilweise nur stündlich, ansonsten aber 24 Stunden am Tag. Wir liefen dann die Pearl Street zur Wall Street hoch und nahmen von dort die Subway für $2 ab Wall Street Station zum Times Square (Express, Line 2/3), wo wir um 12 Uhr ankamen. Wir aßen erst mal eine Kleinigkeit im Europa Café und liefen dann die 42nd Street entlang, besuchten die Public Library, wo wir einen Blick in den schönen Hauptlesesaal warfen, und die Grand Central Station. Vom Haupteingang hat man einen tollen Blick auf das Chrysler Building nebenan. Dann gingen wir die Lexington Avenue hoch bis zum Waldorf-Astoria Hotel an der 50th Street, dann an der St. Patrick’s Cathedral vorbei bis zum Rockefeller Center. Mittlerweile war es 15 Uhr. Am Top of the Rock ($17.50) war keinerlei Warteschlange und von oben hatten wir eine herrliche Aussicht über Manhattan mit Blick zum Empire State Building im Süden und Central Park im Norden.Anschließend liefen wir die 5th Avenue hoch bis zum Central Park. Wir gingen bis zum John Lennon Memorial „Strawberry Fields“ und über die Bow Bridge um The Lake. Gegen 17.30 Uhr nahmen wir die Subway ab 72nd Street/Broadway (noch mal $2 pro Person; ein Tagesticket kostet $7, lohnte sich für uns aber nicht) bis zur 14th Street (wieder ein Express-Zug der Line 2/3). Bei einem Mexican Grill aßen wir noch etwas, bevor wir dann wieder in den PATH Train nach Jersey City stiegen. Wir liefen noch mal um die Ecke zur Marina und genossen den nächtlichen Blick auf Manhattan. Um 19 Uhr waren wir wieder im Motel.

Essex, Mystic und Newport
Samstag, 23. September, 18 °C, Regen, Fahrtstrecke 287 Meilen

Am Samstag, den 23.9., fuhren wir um 7.30 Uhr los. Es ging über die 1-9 und über die George Washington Bridge ($6 Gebühr), den Henry Hudson Parkway und den Cross Country Parkway zum Hutchinson River Parkway und Merritt Parkway. Die Strecke ließ sich gut fahren, man fuhr größtenteils durch Wald, und aufgrund der niedrigen Brücken waren keine LKWs erlaubt. Der Regen hatte mittlerweile aufgehört. Bei New Haven fuhren wir an der Ausfahrt zu Yale vorbei (hier wollen wir später noch hin) und auf die I-95. Hier nahmen wir den Exit 69 nach Essex auf die 9 North, dann Exit 3, um zum Steam Train zu kommen. Um 10 Uhr waren wir dort, und um 11 Uhr sollte die Bahn abfahren, doch wir wollten nur schauen. Wir hielten uns eine halbe Stunde auf und bestaunten die qualmende Dampflok. Dann zurück auf die I-95 North und zum Exit 90 nach Mystic. Hier besuchten wir das Olde Mistick Village, ein nachgebautes Neuenglanddörfchen mit diversen Geschäften. Das Mystic Seaport Open-Air Museum und das Mystic Aquarium wären sicher auch noch einen Besuch wert gewesen. Doch wir fuhren weiter auf dem Highway 1 nach Stonington, einem netten Fischerdörfchen mit einigen schönen alten Häusern und einem interessanten kleinen Leuchtturm. Leider regnete es inzwischen so, dass es sich nicht lohnte auszusteigen.

Wir fuhren weiter die 1 hoch bis zum Abzweig auf die 138 nach Newport, Rhode Island, über die imposante Claiborne Pell Bridge ($2). Dann fuhren wir Richtung Cliff Walk. Am Ende der Narangansett Avenue oder einer der Nebenstraßen kann man kostenlos parken. Es war 14 Uhr, und zum Glück hatte der Regen wieder aufgehört. Wir liefen auf dem 5-km-langen Cliff Walk los, an The Breakers vorbei, einem ehemaligen Herrenhaus von Vanderbilt, drehten irgendwann um und waren nach 45 Minuten wieder am Auto. Dann fuhren wir auf dem Ocean Drive weiter, der einmal um die gesamte Halbinsel führt, immer wieder an imposanten Herrenhäusern vorbei, wie dem Marble House mit seinen weißen Säulen. Insgesamt fanden wir Newport allerdings recht touristisch, und das Parken im Zentrum war teuer. Die Villen der Reichen, die sogenannten Newport Mansions, waren von außen auch nicht immer so wahnsinnig beeindruckend, wenn man die europäischen Schlösser kennt. Aber auf eine teure geführte Tour in einem der Häuser hatten wir auch nicht so viel Lust.

Bis zu unserem vorgebuchten Motel 6 in Braintree im Süden von Boston war es noch mal eine Stunde Fahrt auf der Schnellstraße 24. Um 17 Uhr kamen wir an. Das Zimmer war "basic", wie bei Motel 6 üblich, 2 Betten, relativ groß, HBO. Wir zahlten im Durchschnitt $77 pro Nacht inklusive Tax für 2 Nächte (Samstag war etwas teurer als Sonntag). Zum Abendessen gingen wir ins Hilltop Steakhouse direkt gegenüber. Das Essen ging so.

Boston
Sonntag, 24. September, 22 °C, leicht bewölkt

Am nächsten Tag hatten wir wieder besseres Wetter. Es war leicht bewölkt, bei 22, recht schwülen Grad. Die Bahnstation des T Train befindet sich auf der anderen Straßenseite vom Motel 6. Braintree ist die Endstation. Die Züge sollen laut Auskunft der Rezeption auch am Wochenende alle 10 Minuten fahren. Da wir bis Boston ab Braintree sowieso schon je 4 Tickets zu $1,25 pro Person hätten nehmen müssen (erst bis zum eigentlichen Stadtrand von Boston, dann für die Fahrt innerhalb des Stadtgebiets) nahmen wir direkt ein Tagesticket für $7,50, das Braintree mit einschloss und das wir gut nutzen konnten, um auch im Zentrum von Boston ein paar Mal hin und her zu fahren. Wir brauchten nicht lange auf einen Zug warten. Um 8.20 Uhr fuhr er los. Bis zur Park Street Station am Boston Common waren wir 30 Minuten unterwegs. Wir entdecken ein Finagle a Bagle direkt gegenüber des U-Bahn-Ausgangs und frühstückten hier erst mal. Im Visitor Center am Boston Common besorgten wir uns eine Karte für den Freedom Trail ($2), um 9.45 Uhr liefen wir dann los. Der 2,5 Meilen lange Freedom Trail ist eine tolle Einrichtung, denn man braucht immer nur der aufgemalten roten Linie zu folgen, die an fast allen Sehenswürdigkeiten von Boston vorbei führt wie Park Street Church, The State House, Old State House, wo 1776 die Unabhängigkeitserklärung verlesen wurde, Faneuil Hall, Old North Church usw. Zunächst machten wir allerdings noch einen Abstecher durch Beacon Hill mit seinen schönen Häusern, insbesondere auch am Louisbourg Square. Um 11 Uhr waren wir am Quincy Market, aber es war noch zu früh für ein Mittagessen, so dass wir uns nur zwei Muffins für später besorgten.

Dann liefen wir auf dem Freedom Trail weiter bis zum Bunker Hill hoch (der Zugang zum Obelisken war wegen Reparaturarbeiten gesperrt). Um 13 Uhr waren wir am Segelschiff USS Constitution, dem weltweit ältesten seetüchtigen Kriegsschiff. Es gab kostenlose geführte Touren, doch wir wollten uns nicht in die Schlange stellen. Stattdessen besuchten wir kurz das Schlachtschiff USS Cassin Young, das ebenfalls kostenlos zugänglich war. Damit waren wir auch am Ende des Freedom Trails angelangt. Wir liefen zurück über die Brücke über dem Charles River und zur U-Bahn-Station an der Kreuzung Causeway/Canal St. Mit 1x Umsteigen fuhren wir bis zur Station Charles/MGH und liefen auf die Longfellow Bridge, von der man einen schönen Blick auf die Skyline von Boston hat. Auch von der Harvard Bridge soll man einen guten Blick auf Boston haben, aber diese lag für uns nicht mehr am Weg. Wir liefen zur Bahnstation zurück und stiegen wieder in die Red Line nach Harvard. Von der U-Bahn-Station waren es nur ein paar Schritte bis zum Old Yard der Harvard University. Mittlerweile war es 14.30 Uhr. Wir liefen kurz über das Gelände mit seinen schönen Gebäuden und stiegen wieder in die Bahn zurück ins Stadtzentrum.

Mit der Green Line gelangten wir zum Copley Square mit der Trinity Church, die sich in der Glasfassade des Hancock Towers spiegelt. Die Aussichtsplattform des Hancock Towers ist seit dem 11.9.2001 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Stattdessen kann man aber zum Skywalk Observatory des Prudential Towers hochfahren. Dieser war nicht weit zu Fuß entfernt. Um 15.45 Uhr waren wir dort. Die Tickets kosteten $10,50 pro Person und beinhalten einen Audio-Guide. Insgesamt verbrachten wir damit 1,5 Stunden auf dem Turm. Am Nachmittag hat man auch vom Licht her einen sehr schönen Blick auf Bostons Downtown. Anschließend nahmen wir ein frühes Abendessen bei Panda Express im Food Court des Prudential Centers zu uns: Orange-flavored Chicken. Durch den noblen Stadtteil Back Bay und die Commonwealth Avenue, Bostons schönster Prachtmeile, liefen wir über den Public Garden wieder zurück zum Boston Common und stiegen in die nächste Bahn nach Braintree, die auch prompt vorfuhr. Um 18.15 Uhr waren wir wieder am Motel 6.

Boston – Salem – Gloucester – York – Cape Neddick Lighthouse – Ogunquit
Montag, 25. September, 21 °C, leicht bewölkt, Fahrtstrecke 134 Meilen

Nachdem wir bei Dunkin' Donuts gefrühstückt hatten, fuhren wir um 8.30 Uhr los. Bis Boston brauchten wir auf der Interstate 93 fast eine Stunde, da wir natürlich genau zur Rush Hour unterwegs waren. Für die Überquerung der Charlestown Bridge mussten wir überraschenderweise keine Gebühr bezahlen. Weiter ging es durch Massachusetts auf der 1 und der 127, die am Meer entlang führt, von dem man aber fast nichts sieht. Die meisten Küstenstraßen lohnen sich eigentlich nicht, da das Meer die meiste Zeit hinter Bäumen oder Häusern versteckt ist. Gegen 10.15 Uhr waren wir in Salem, bekannt für die Hexenverbrennungen, die früher dort stattfanden. Dies wird inzwischen entsprechend vermarktet mit Hexenmuseen etc. Auch in Salem gibt es eine rote Linie, der man folgen kann, man sollte jedoch ungefähr eine Ahnung haben, wo man hin will, denn manchmal kreuzen sich mehrere Linien. Insgesamt hat uns Salem nicht besonders vom Hocker gerissen. Neben den diversen Museen, gibt es einen alten Friedhof zwischen der Chester und der Derby Street, und am Hafen lag das Segelschiff Friendship of Salem. Eine Führung durch das House of the Seven Gables, das als Vorlage für Nathaniel Hawthornes Roman diente, wäre vielleicht noch ganz interessant gewesen. Zwischen dem House of the Seven Gables und dem Common befinden sich einige schöne Häuser.

Das Örtchen Marblehead haben wir aus Zeitgründen ausgelassen, gegen 11.30 Uhr ging es weiter nach Gloucester, durch Film und Buch bekannt für den Untergang der Andrea Gail im Sturm von 1991. An der Uferstraße gibt es ein Denkmal für die Fischer, die bisher im Meer ihren Tod fanden. Als Fischerort fanden wir Gloucester aber enttäuschend, da man im Ortszentrum kaum etwas vom Hafen und den Fischerbooten zu sehen bekommt. Wir gingen erst mal Mittagessen und liefen dann noch die Main Street entlang. Dort befindet sich auch die Kneipe Crow’s Nest aus dem Film „Der Sturm“, die wir allerdings verpasst haben. Eigentlich wollten wir noch nach Rockport, aber langsam merkten wir, dass uns die Zeit davonlief. Also beschlossen wir, nicht mehr zum Cape Ann hinauszufahren. Nach 1,5 Stunden Aufenthalt in Gloucester fuhren wir um 14.30 Uhr weiter auf die 133 Richtung Essex und Ipswitch und hielten noch mal in Newburyport, das ganz nett war, aber eigentlich auch nichts Besonderes. Hier genehmigten wir uns noch einen Kaffee bei Starbucks, dann ging es auf die I-95 ($1 für den Blue Star Turnpike), an Kittery mit seinen Outlet-Stores vorbei und ein kurzes Stück durch New Hampshire. Kurz bevor noch mal $1,75 für den Maine Turnpike fällig wurden, verließen wir gegen 16 Uhr die Interstate Richtung York. Von York Village und York Harbor war eigentlich nicht viel zu sehen, zwischen den beiden Dörfern gibt es allerdings noch den Fisherman’s Walk (oder Shore Path), der eine halbe Meile am York River entlangführt und den man mit dem Cliff Walk und einem Spaziergang durch die Nebenstraßen sicher zu einem schönen Rundweg verbinden könnte. In York Beach fuhren wir an einer ganzen Reihe von Motels vorbei, die direkt am Strand gelegen waren. Die meisten hatten noch Vacancies, aber Preisschilder waren keine zu sehen. Dann bogen wir in die Nubble Road zum Cape Neddick Lighthouse (auch Nubble Light genannt) ab, das sehr hübsch auf einer kleinen Insel gelegen ist. Von hier war es nicht mehr weit bis Ogunquit, wo wir um 17 Uhr ankamen. Auf dem Shore Drive zwischen York Beach und Ogunquit kamen wir kurz vor einer einspurigen Brücke noch an einem netten Lobster Shack mit bunten Hummerbojen an der Wand vorbei. Wir checkten im Sea View Motel ein, das wir telefonisch vorgebucht hatten ($63 für ein sehr schönes Zimmer mit 2 Betten, Kühlschrank, HBO, Außenpool und Continental Breakfast bestehend aus eingepackten Bagels, Kaffee/Tee und Orangensaft; der Name des Motels ist allerdings irreführend, das Meer ließ sich hinter den Bäumen höchstens erahnen). An der Hauptstraße gab es noch jede Menge Motels in ähnlicher Preislage. Wir fuhren zu einem Parkplatz am Ende der Ocean Street (im Sommer muss eine Tagesgebühr für den Parkplatz bezahlt werden) und liefen noch ein wenig am Strand entlang, gegen 18.30 Uhr wurde es bereits dunkel. Zum Abendessen gingen wir ins Splash am Ende der Beach Street, was leider keine gute Wahl war, denn die Portionen waren klein, das Essen war nicht besonders und für den kleinen Becher Cola gab es noch nicht mal einen kostenlosen Refill.

Ogunquit - Kennebunkport - Cape Elizabeth - Pemaquit Point - Camden
Dienstag, 26. September, 19 °C, sonnig, Fahrtstrecke 195 Meilen

Um 8.30 Uhr liefen wir den Marginal Trail zwischen Perkins Cove und Ogunquit bis zum Beachmere Inn (hin und zurück eine halbe Stunde). Die Sonne schien. Wir schauten uns noch die Fußgängerzugbrücke in Perkins Cove an. Als wir gegen 9.15 Uhr zum Parkplatz zurückkehrten, kam gerade jemand zum kassieren ($3 pro Stunde), aber wir konnten gerade noch so wegfahren. Als wir ankamen, war das Kassenhäuschen nämlich noch nicht besetzt. Um 10.45 Uhr waren wir in Kennebunkport. Wir schauten uns kurz am Dock Square um. Wenn man sich dann rechts hält, kommt man zum Walkers Point, wo die Familie Bush ein Sommerhaus hat. Den Spouting Rock haben wir nicht gefunden, aber das Meer wäre wahrscheinlich sowieso zu ruhig gewesen. Wir fuhren weiter rechts und kamen über Cape Porpoise wieder auf den Highway 1. Bei Scarborough bogen wir Richtung Prouts Neck ab (Route 207, dann 77) und erreichten gegen 11.20 Uhr Cape Elizabeth. Wir fuhren am Two Lights State Park vorbei Richtung Lighthouse. Am Ende der Straße befindet sich ein Parkplatz. Vom Two Lights Lobster Shack Restaurant hat man einen guten Blick auf das Cape Elizabeth Lighthouse. Nur ein paar Meilen weiter befindet sich das hübsche Portland Head Light im Fort Williams Park. Im Leuchtturm kann man ein Museum besichtigen ($2). In Portland hielten wir an einem Supermarkt und besorgten uns ein paar Sandwiches, die wir an einem kleinen See in der Nähe verspeisten.

Um 13 Uhr ging’s weiter. Wir fuhren an Freeport vorbei, wo sich ein Outlet-Store von L.L. Bean, einem großen Outdoor-Ausstatter befindet. Im ganzen Ort soll sich ein Outlet-Store an den anderen reihen. Aber das Wetter war viel zu schön zum shoppen. Wiscasset rühmt sich das „prettiest village in Maine“ zu sein. Also drehten wir eine Runde durch den Ort, doch wir konnten ihm nichts Besonderes abgewinnen. In Newcastle/Damariscotta bogen wir auf die 130 South nach Fort William/Pemaquit Point ab. Wir fuhren ca. 14 Meilen (30 Minuten) durch nette Landschaft, ohne allerdings viel vom Meer zu sehen, bis wir den Leuchtturm erreichten. Für den Parkplatz bzw. das Betreten des Grundstücks wird eine Gebühr von $2 pro Person erhoben. Wir genehmigten uns für je $2 ein leckeres Eis im Gift Shop nebenan und hatten von dort auch einen schönen Blick auf den Leuchtturm, am Nachmittag allerdings im Gegenlicht. Nach einer halben Stunde fuhren wir um 15.15 Uhr weiter, diesmal jedoch eine andere Strecke über die 32 North an kleinen Ortschaften wie Round Pond und Bremen vorbei. Bei Waldeboro kamen wir gegen 16 Uhr wieder auf die 1. So ein Abstecher an die Küste zieht sich ganz schön. Popham Beach (hinter Bath) und Boothbay Harbor (hinter Wiscasset) sollen auch noch lohnenswert sein. Für uns ging es weiter über Rockland und Rockport. Vor allem in Rockport kamen wir an einer Reihe Motels vorbei. In der Nähe des Ortes soll dem Erfinder des Lochs im Donut ein Denkmal gesetzt sein! In Rockland hätten mich noch das Rockland Breakwater Lighthouse mit schönem Blick auf den Hafen und das Owls Head Lighthouse interessiert, aber wir hatten genug für heute. Um 16.45 Uhr erreichten wir unser Motel zwei Meilen hinter Camden: Birchwood Motel, diesmal mit Meeresblick (von weitem). Wir zahlten $80 mit Tax (AAA Rate) für ein Zimmer mit Queen Bed. Continental Breakfast war inbegriffen (süße Teilchen, frisches Obst, Kaffee), aber für das was geboten wurde, fanden wir den Preis eigentlich recht hoch. Camden ist wohl ein teures Pflaster, aber es ist ein netter Ort mit schönem Hafen. Mit Zaddik’s an der Ecke Mechanic und Washington Street fanden wir noch ein einigermaßen preiswertes Restaurant: Italian & Mexican ($32 mit Trinkgeld, das Essen war gut). Einige Lokale hatten an dem Dienstag auch geschlossen. Ansonsten hätten wir vielleicht noch den Bayview Lobster ins Auge gefasst.

Camden Hills State Park - Dyce Head Lighthouse - Acadia NP
Mittwoch, 27. September, 17 °C, sonnig, Fahrtstrecke 128 Meilen

Um 8.30 Uhr brachen wir auf. Es war nur 1 Meile bis zum Camden Hills State Park ($3 pro Person). Wir ließen uns eine Empfehlung für eine schöne Wanderung geben. Daraufhin fuhren wir zum Parkplatz am Megunticook Trailhead. Wir waren uns nicht bewusst, dass wir auf diesem Trail einen 1300 m hohen Aussichtspunkt erklimmen würden, der noch wesentlich über dem 780 m hohen Mount Battie lag. Wir liefen zunächst durch den Wald (ab und zu gab es schon mal einen Baum mit roten Blättern zu sehen) am Adam’s Lookout vorbei bis zum Ocean Lookout, der einen wunderbaren Ausblick auf Camden und die vorgelagerten Inseln bot. Dann ging es über den Tablelands Trail und Adam’s Lookout wieder zurück. Für die 2 Meilen brauchten wir insgesamt 2 Stunden. Dann fuhren wir noch die Mount Battie Auto Road. Vom Aussichtspunkt hatte man auch einen schönen Blick auf Camden. Von der Motelrezeption bekamen wir noch den Tipp, zum Trailhead in Youngtown (von der Beach Road in Lincolnville) zu fahren, wo man auch schöne Ausblicke auf die Küste haben soll, ohne den Eintritt für den State Park zahlen zu müssen. Wir hielten noch mal im alten Zentrum von Belfast und besorgten uns Sandwiches zum mitnehmen. Um 12.30 Uhr bogen wir dann in Orland auf die Route 175 nach Castine ab, dann auf die 166, die wir an der Maritime Academy vorbei bis zum Ende durchfuhren. Dann war das Dyce Head Lighthouse erreicht. Der Leuchtturm steht auf Privatgelände, aber es gibt einen Fußweg um den Garten herum, von dem man sehr schön auf den kleinen weißen Leuchtturm blicken kann. Außerdem sahen wir hier viele der großen Monarch Butterflies.

Über Blue Hill fuhren wir dann weiter Richtung Ellsworth, wo wir um 14.30 Uhr ankamen. Hier machten wir einen kurzen Einkaufstop. Um 15.30 Uhr erreichten wir das Highbrook Motel in Bar Harbor, das kurz vor dem Ortseingang liegt. Wir hatten für 3 Nächte vorgebucht. Für $85 AAA Rate mit Tax bekamen wir ein schönes Zimmer mit 2 Queen Beds, W-LAN-Anschluss, Complimentary Coffee, Continental Breakfast bestehend aus abgepackten süßen Teilchen, Kaffee oder Tee. Bei dem blauen Himmel, den wir den ganzen Tag hatten, beschlossen wir, schnell noch zum Cadillac Mountain hochzufahren (die Zufahrtstraße liegt außerhalb des Acadia National Parks), doch als wir eine halbe Stunde nach Einchecken wieder aus dem Zimmer traten, war der Himmel auf einmal voller dunkler Wolken. Wir fuhren trotzdem noch hoch, weit war es ja nicht, aber die Ausblicke waren größtenteils nur noch schattig. Obwohl der Cadillac Mountain nur 466 m hoch ist, ist er die höchste Erhebung an der Küste nördlich von Brasilien, und die Aussicht von oben war trotz allem großartig. Es wehte jedoch ein sehr kühler Wind. Zum Abendessen gingen wir in die Thirsty Whale Tavern in der Cottage Street ($29 inkl. Tip für 2 Portionen Broiled Haddock). Bar Harbor ist zwar ziemlich touristisch, aber ansonsten ein ganz netter Ort.

Acadia NP
Donnerstag, 28. September, 17 °C, morgens bewölkt, nachmittags sonnig, Fahrtstrecke 220 Meilen

Da wir früh aufwachten, beschlossen wir an diesem Tag, spontan zum Sonnenaufgang um 6.27 Uhr noch mal zum Cadillac Mountain zu fahren, von unserem Motel aus waren es ja nur 10 Minuten Fahrt. Leider hing die Bergspitze im Nebel, so dass wir leider unverrichteter Dinge wieder fahren konnten. Wenn man bei freier Sicht auf dem Cadillac Mountain steht, ist man einer der ersten Menschen in den USA, der die Sonne aufgehen sieht! Wir fuhren dann noch zur Küste runter und konnten die Sonne dort hinter den Wolken aufgehen sehen. Danach frühstückten wir erst mal ein wenig im Motel, bevor wir uns um kurz vor 8 Uhr auf den Weg in den Acadia National Park machten. Eigentlich wollten wir den Tag direkt mit einer Wanderung starten, doch da es immer noch bewölkt war, versuchten wir noch etwas Zeit totzuschlagen. So fuhren wir zunächst zu den Acadia Wild Gardens, dann zum Overlook an der Entrance Station, wo wir eine Weile aufs Meer blickten. Da unser Nationalparkpass vom letzten USA-Aufenthalt noch gültig war, brauchten wir die $20 Eintrittsgebühr nicht bezahlen. Wir fuhren zum Sand Beach und liefen erst noch den Ocean Path bis zum Thunder Hole (ca. 1 km, 20 Minuten). Um 9.45 Uhr waren wir dort. Das Thunder Hole ist am besten bei 3/4 Flut und rauer See zu sehen und hören. Obwohl das Meer ziemlich ruhig war, konnten wir das Wasser trotzdem ganz gut in die kleine Höhle rauschen hören, wo es dann wieder mit Getöse herausklatschte. Auf dem gleichen Weg ging es zurück. Der Ocean Path bietet einige schöne Ausblicke aufs Meer, aber blöd war, dass er größtenteils direkt neben der Autostraße verlief.

Da das Wetter einfach nicht besser werden wollte, beschlossen wir, trotzdem zumindest den Beehive Trail zu laufen. Dieser erforderte fast schon Kletterqualitäten, denn es ging zunächst sehr steil einen Felsen hinauf, wobei der Weg teilweise durch Steigeisen gesichert war. Hier darf man auf keinen Fall Höhenangst haben! Von oben hätten wir dann eine wunderschöne Aussicht genießen können - wenn die Sicht frei gewesen wäre! Nur beim Aufstieg hatten wir kurz einen schönen Blick auf den Sand Beach. Oben ging es dann relativ flach weiter bis The Bowl, einem kleinen See. Von dort führte der Weg über den nur leicht abschüssigen Bowl Trail wieder zurück zur Loop Road. Für die 2 Kilometer Rundstrecke brauchten wir eine gute Stunde. Bei gutem Wetter hätten wir den Beehive Trail mit dem Gorham Mountain Trail verbunden, wobei wir dann über den Ocean Path unterhalb des Thunder Holes wieder zum Parkplatz am Sand Beach zurückgekommen wären, doch bei der schlechten Sicht machte es einfach keinen Sinn. Wir konnten die Wanderung auch nicht auf den Nachmittag verlegen, denn dann hätten wir die (43 km lange) Park Loop Road, die in diesem Teil nur one-way zu befahren ist, noch einmal fahren müssen. Es war trotzdem gut, dass wir uns die ein oder andere Wanderung schon vorher aus dem Internet ausgedruckt hatten, denn die Infos vom Visitor Center waren sehr dürftig. Der Precipice Trail soll auch schon sein und wäre sicher mit dem Beehive vergleichbar gewesen.

Auf der Weiterfahrt hielten wir noch kurz am Otter Point, über Seal Harbor fuhren wir dann nach Northeast Harbor, wo wir um 12.30 Uhr ankamen. Hier bestellten wir uns erst mal zwei Sandwiches im Garage Deli. Als eine halbe Stunde später die Sonne endlich rauskam und der gesamte Nachmittag noch vor uns lag, beschlossen wir, dann doch noch den südwestlichen Teil von Mount Desert Island, der nicht mehr zum Acadia NP gehört, in Angriff zu nehmen. Der Jordan Pond, wo man wohl auch noch eine schöne Wanderung rund um den See machen kann, fiel damit allerdings flach. Wir fuhren also über Somesville mit einer hübschen weißen Fußgängerbrücke direkt an der Hauptstraße auf die 102 nach Bass Harbor und besuchten dort den berühmten Leuchtturm (am schönsten zu sehen von den Felsen am Ende des kurzen Trails hinter dem Toilettenhäuschen). Hier liefen wir dann schon zufällig Miri und Ulf aus dem USA-Reiseforum über den Weg, mit denen wir am Abend in Bar Harbor im Route 66 verabredet waren. Sie fuhren zur gleichen Zeit eine ähnliche Route wie wir, und es war schön, sich über das Reisen in den USA mal persönlich austauschen zu können.

Wir fuhren weiter über Bernard, wo es einen Laden gibt, der fast wie ein Leuchtturm aussieht, mit Lobster-Bojen an der Außenfassade, ein gutes Fotomotiv, und Seal Cove auf der 102 einmal um diesen Teil der Insel herum. Hinter Pretty Marsh fuhren wir noch über die Ripples Road Richtung Beech Mountain hoch. Dort gibt es einige Hiking Trails. Wir entschieden uns für den 1,6 km (1 Meile) Loop zum Fire Tower. Am Abzweig gingen wir links hoch. Nach einem kurzen aber heftigen Anstieg über Granitfelsen waren wir innerhalb von 15 Minuten oben. Der Fire Tower war leider nur im untersten Teil zugänglich, aber trotzdem hatte man eine sehr schöne Aussicht. Dann ging es 1 km wieder runter, in einem Bogen am Bergrand entlang zum Parkplatz. Hier hatte man noch mal einen tollen Blick auf den Long Pond mit schon einigen bunt verfärbten Bäumen. Nach einer knappen Stunde waren wir wieder am Auto. Da endlich die Sonne wieder schien, ging es nun noch mal auf den Cadillac Mountain hoch. Um 16.45 Uhr waren wir oben und genossen die Aussicht. Eine halbe Stunde später waren wir zurück am Motel, das inzwischen Full House anzeigte. Noch schnell geduscht, dann ging’s zum Abendessen. Das Route 66 ist innen sehr liebevoll dekoriert und die Burger waren lecker. Anschließend gingen wir zu viert noch im Thirsty Whale schräg gegenüber etwas trinken.

Acadia NP - White Mountains
Freitag, 29. September, 17 °C, Regen, Fahrtstrecke 274 Meilen

Die Wettervorhersage für diesen Tag verhieß schon nichts Gutes, also hatten wir erst mal ausgeschlafen und als wir nach dem Aufstehen aus dem Fenster sahen, war es tatsächlich so: strömender Regen und eine Sicht von kaum 3 Meilen. Unser Motel hatte leider eine 72 Hours Cancellation Policy, aber sie boten uns an, uns bei vorzeitigem Check-out den Zimmerpreis zurückzuzahlen, falls sie das Zimmer neu vermieten könnten. Dafür sprach, dass es Freitag war und dass für Samstag wieder besseres Wetter angesagt war, und am Tag vorher war das Motel ja auch schon voll gewesen. Dagegen sprach, dass zur Zeit ein Sauwetter herrschte. Also beschlossen wir, die $85 in den Wind zu schreiben und es zumindest zu riskieren. Denn bei dem Wetter hätten wir von dem Tag im Acadia NP sowieso nichts gehabt. Und letztendlich haben sie uns das Geld tatsächlich über die Kreditkarte zurückgebucht! Eigentlich hätte ich sonst gerne noch eine Whale-Watching-Tour gemacht, oder wir wären zumindest noch zur etwas abgelegenen Dependance des Acadia NPs, auf die Schoodic Peninsula gefahren. Die Blaubeerfelder in Machias, die im Herbst rot blühen sollen, wären sicher auch noch einen Besuch wert gewesen. Aber bis dahin wäre es wohl schon ziemlich weit gewesen. Ellsworth wäre dazu sicher ein besserer Ausgangspunkt als Bar Harbor. Aber bei dem Wetter machte das alles nun überhaupt keinen Sinn. Also wollten wir den Regentag lieber als Fahrtag in die White Mountains und als Shopping Tag nutzen, um den schönen Samstag dann schon in den Bergen verbringen zu können. Danach sollte das Wetter ja leider wieder etwas schlechter werden. Wir buchten übers Internet (hier hatten wir ja gerade mal wieder W-LAN-Anschluss) noch schnell eine zusätzliche Nacht in der Econo Lodge in Littleton. Die Internet Rate betrug nun schon $80 statt der $63 zu der wir vor 2 Monaten gebucht hatten. War nun wohl doch schon zu kurzfristig. Aber selbst das Motel 6 in Portsmough an der Küste wollte jetzt schon $80 haben. Also, was soll’s… Als erstes genehmigten wir uns dann erst mal ein schönes Frühstück mit leckeren Maine Blueberry Pancakes bei Jordan’s in der Cottage Street ($15 mit Tax).

Um 10.30 Uhr fuhren wir los. Bis Bangor brauchten wir auf der 1A eine Stunde von Bar Harbor aus. Wir fuhren noch ins Zentrum, da ich noch am Stephen King Haus vorbei wollte. Es ging eigentlich immer geradeaus, über die Brücke, noch ein Stück geradeaus, dann schräg links in die Hammond Street und noch mal rechts in die Cedar Street, und dann fuhr man genau drauf zu! Hier hatten wir gerade eine kurze Regenpause erwischt. Über den W Broadway sind wir dann wieder auf die Union Street und kurz vor der Brücke rechts auf die Main Street. Dann noch ein Stück, bis wir am Bass Park auf der rechten Seite an der Paul Bunyan Statue vorbeigefahren sind, der größten Holzfällerstatue (anscheinend stehen die in den USA öfters mal rum; die Statue in Bangor wurde in Kings Roman "Es" zum Leben erweckt). Hier wurden wir dann noch mal nass. Da sich die Strecke über die US 2 und jede Menge kleiner Dörfer endlos ziehen und auch nicht besonders interessant sein soll, wollten wir so lange wie möglich auf der Schnellstraße bleiben. Somit ging’s nun auf die 395 West und die I-95 South. Hinter Augusta wurde die Interstate zum Maine Turnpike und $1 Gebühr wurden fällig. Kurz vor unserer Abfahrt (Nr. 63) bei Gray hinter Lewiston/Auburn wurden wir noch mal mit $1,25 zur Kasse gebeten. Insgesamt waren wir 1 ¾ Stunden auf der Autobahn unterwegs. In North Windham legten wir um 14 Uhr noch eine kurze Mittagspause bei Tim Hortons (Sandwiches & Bakery) ein, ansonsten waren hier aber auch alle anderen Restaurantketten vertreten.

Weiter ging’s auf der gut zu fahrenden 302 bis North Conway. Vor Fryeburg fingen die Bäume schon so langsam an spektakulärer zu werden. Überall gingen kleine Orte ab mit teilweise witzigen Namen wie Sweden, Norway und Denmark. Und wer sagt’s denn, kaum hatten wir die Grenze zu New Hampshire überschritten, hörte es auf zu regnen und die Sonne kam sogar kurz wieder durch! North Conway ist ja bekannt für sein Outlet-Center, da es in New Hampshire keine Sales Tax gibt. Also statteten wir der Settler’s Green Mall erst mal einen Besuch ab, wo ich eine GAP Jeans für nur $15 bekam! Levis und Wrangler haben wir dort leider nicht vorgefunden. Trotz anstehendem Wochenende und Regenwetter haben wir von dem notorischen Stau zwischen Conway und North Conway so gut wie nichts bemerkt. Nach einer Stunde Pause zum Shoppen und Kaffeetrinken war es mittlerweile schon 16.30 Uhr. Weiter an der Bartlett Covered Bridge sowie den Flume Cascades und Silver Cascades in der Crawford Notch vorbei erreichten wir über Bethlehem gegen 18 Uhr unser Ziel Littleton. Unterwegs sahen wir immer wieder Motels mit Vacancies, aber viele waren sicher auch sehr teuer, gerade um North Conway herum, da diese Woche auch noch die Fryeburg Fair im Nachbarort stattfand. Zusammen mit der Peak Foliage hieß es, dies wäre "the busiest week of the year", und in North Conway wäre kaum ein Zimmer für unter $100 zu haben gewesen. Die Aussicht auf überfüllte Restaurants tat ihr übriges, und wir beschlossen, nicht in North Conway zu übernachten, auch wenn es ein bisschen mehr Fahrerei bedeuten würde. Statt zwei Nächte in North Conway und zwei Nächte in Lincoln buchten wir letztendlich vier Nächte in Littleton etwas weiter nördlich. Die Econo Lodge bot uns 2 Queen Betten, Kühlschrank, Coffee Maker, W-LAN, Indoor Pool und Continental Breakfast für relativ wenig Geld (beim Einchecken kamen sie erst mit unseren 2 separaten Reservierungen nicht klar, hängten die neue Reservierung für $80 (ohne Tax) dann aber an die restlichen 4 Tage für je $67 (mit Tax), was natürlich klasse war), aber das Motel wirkte schon sehr heruntergekommen und es war alles sehr dreckig! Nach hinten raus gab es auch einen schönen Ausblick auf einen kleinen Teich, aber wir bekamen auch noch ein Zimmer, das total dunkel war, da man direkt auf den Treppenaufgang blickte! Leider waren ansonsten auch nur noch Raucherzimmer frei, so dass wir nicht umbuchen konnten. Hier wollten wir nicht lange bleiben! Das einzige Highlight war, dass es nebenan ein Applebee’s gab, wovon ich gehört hatte, dass es gut sein soll. Also nichts wie hin. Wir mussten 10-15 Minuten warten, da es ziemlich voll war, aber es hat sich gelohnt. Das Essen war super und auch noch sehr preiswert ($28 mit Tip bei nur $1,80 Meal Tax für Crispy Orange Chicken Bowl und Fried Chicken Salad).

White Mountains (The Flume, Kancamagus Highway)
Samstag, 30. September, 14 °C, sonnig, Fahrtstrecke 165 Meilen

Als wir diesmal gegen 8 Uhr aufwachten, war erst noch Nebel, der erst nach und nach aus den Tälern verschwand, aber es versprach tatsächlich ein schöner Tag zu werden. Kurz nach 9 Uhr fuhren wir los. Da Samstag war, wollten wir noch nicht direkt ausziehen, damit wir nicht letztendlich doch noch ohne Zimmer dastehen, schließlich waren wir mitten im Indian Summer. Aber ich hatte vor unserer Abreise noch die ein oder andere Unterkunft etwas weiter südlich in Lincoln rausgesucht, da wollten wir jetzt mal vorbeischauen. Immerhin kann das Zimmer in der Econo Lodge noch bis 18 Uhr am Anreisetag storniert werden, also sollte das vorzeitige Auschecken diesmal kein Problem sein. Direkt in Littleton, das eigentlich ein ganz netter Ort ist, gab es noch das Thayers Inn, ein klassisches Haus direkt im Zentrum, das auch nicht viel teurer gewesen wäre. Über die 302 fuhren wir erst mal über Lisbon nach Bath, in dessen Nähe sich 3 Covered Bridges befinden: eine direkt im Zentrum, neben dem angeblich ältesten General Store Amerikas, eine im Woodsville Village (Bath-Haverhill Bridge, die sich aber eigentlich nicht gelohnt hat, diesen Abstecher hätten wir uns sparen können) und eine an der 112 in Richtung North Woodstock in Swiftwater. Dann fuhren wir auf die 116 Richtung Franconia, da es hier angeblich schöne Laubverfärbungen geben sollte (dem war aber eher nicht so). An der Cannon Mountain Aerial Tramway vorbei fuhren wir auf die I-93 South, machten noch einen Abstecher zu The Basin mit ein paar kleineren Wasserfällen, und um 12 Uhr waren wir beim Visitor Center von The Flume angekommen. Hier trafen wir dann auch direkt noch mal auf Miri und Ulf, die ihren Rundgang gerade beendet hatten! Der Eintritt für diese Schlucht beträgt $10 pro Person, aber es hat sich gelohnt. Wir sind einen kleinen Rundweg von einer guten Stunde gelaufen. Zunächst geht es durch eine Covered Bridge, dann durch eine enge Felsschlucht mit Wasserfall, dann durch den Wald zu einer weiteren Covered Bridge, und dann hatten wir noch eine tolle Aussicht auf ein paar Hügel mit wunderschön leuchtenden Bäumen in gelb, orange und rot!

Anschließend legten wir in North Woodstock im Cascade Coffee House erst mal eine kleine Mittagspause ein. North Woodstock und Lincoln gehen quasi ineinander über und sind neben Conway/North Conway das zweite Zentrum der White Mountains. Wir fuhren zum Riverbank Motel & Cottages, die für diesen Abend tatsächlich ausgebucht waren, und fragten an, ob denn für die nächsten 3 Nächte noch etwas frei wäre. Wir hatten die Wahl zwischen einem Cottage mit Kitchenette oder einem einfachen Motel Room mit Queen Bed oder 2 Twin Betten. Beides war recht günstig, aber letzteres war ausreichend. Wir wollten auf jeden Fall noch mal einen Blick reinwerfen, aber alles war sehr sauber. Dann war eine Anzahlung für eine Nacht fällig, und das war auch der Grund, warum wir hier nicht schon vor unserer Reise gebucht hatten. Auf unsere E-Mail-Anfrage erhielten wir prompt eine Antwort, bekamen aber mitgeteilt, dass sie keine Kreditkarten akzeptieren. Das ist bei kleineren Motels und B&Bs wohl nicht ungewöhnlich. Aber eine Überweisung aus Deutschland war uns dann doch zu umständlich, und die Bank hätte sicher heftige Gebühren verlangt. Aber vor Ort bar zu zahlen war natürlich kein Problem. Die Besitzerin war auch sehr nett und gab uns direkt noch ein paar Restauranttipps.

Da für den nächsten Tag ja schon wieder schlechteres Wetter angesagt war, wollten wir auch den Kancamagus Highway noch fahren. Im Visitor Center in Lincoln besorgten wir uns erst mal einen Parking Permit für 7 Tage für $5, damit man an den diversen Parkplätzen im White Mountain National Forest auch seinen Wagen abstellen darf. Mit diversen kurzen Stopps sollte man für den Kanc mindestens zwei Stunden Zeit einplanen. Im Frühjahr oder Sommer stelle ich mir die Fahrt durch die Berge auch nicht soo spannend vor, denn man fährt eigentlich nur durch grünen Wald wie bei uns auch. Aber als wir dort waren, hatten wir hier wohl tatsächlich Peak Foliage erwischt und die Bäume leuchteten in allen Farben! Das sah schon klasse aus. Zwischendurch gibt es ein paar Aussichtspunkte und kurze Trails zu Seen oder Wasserfällen, das ist schon ganz hübsch. Wir liefen noch den Weg zu den Sabbaday Falls (15 Minuten insgesamt). Hinter dem Abzweig zur ebenfalls sehenswerten Bear Notch Road kommt kurz vor Conway noch links ein Abzweig zur Albany Covered Bridge und zur Passaconaway Road. Am Ende der Straße fuhren wir rechts, kamen in Conway auch noch mal an zwei überdachten Brücken vorbei und bogen dann wieder rechts auf den Kancamagus Highway aus der anderen Richtung ein. Ohne Stopps braucht man etwa 45 Minuten für die Straße, die gut ausgebaut ist. In Lincoln ging es auf die I-93 North und kurz vor 18.30 Uhr waren wir wieder in Littleton. Zum Abendessen gingen wir natürlich wieder zu Applebee’s. Dann sagten wir noch im Hotel Bescheid, dass wir am nächsten Morgen auschecken wollten, was auch tatsächlich kein Problem war.

Nordvermont (Stowe, Montpelier)
Sonntag, 1. Oktober, 10 °C, Regen, Fahrtstrecke 81 Meilen

Diesmal war leider wieder ein ganzer Tag mit heftigem Regen angesagt. Um 9.30 Uhr fuhren wir erst mal ins Zentrum von Littleton, solange es noch trocken war. Littleton ist ein typisches Neuenglandstädtchen und braucht sich hinter North Conway oder Lincoln, die eigentlich nichts besonderes sind, sicher nicht zu verstecken. Es gibt auch eine Covered Bridge, allerdings noch ziemlich neu, von 2004. Na ja, in ein paar Jahren ist sie dann auch historisch! Anschließend fuhren wir noch zum Shaws Supermarkt, um ein paar Lebensmittel für unterwegs einzukaufen. Als wir uns um 10.30 Uhr auf den Weg machten, fing es auch schon an zu regnen. Also war heute Landschaft aus dem Auto heraus anschauen angesagt. Wir schoben eine Tour durch Nordvermont ein, die ursprünglich gar nicht geplant war, anstelle des Tages, den wir früher aus dem Acadia NP auch wegen Regenwetters abgereist waren. Obwohl es nass war, konnte man in Vermont von der Landschaft wenigstens etwas sehen. Trotzdem war es natürlich sehr schade, denn die bunten Bäume sehen bei grauem Wetter natürlich nur halb so schön aus. Unterwegs sahen wir immer wieder knallorange Hügel, insbesondere zwischen Littleton und Danville und Warren und Roxbury, sehr schade also. Wir fuhren auf die I-93 North, dann die Route 2 und 15 bis zum berühmten Highway 100, der sich von Nord bis Süd durch Vermont zieht und gerade zur Zeit des Indian Summers besonders schön sein soll. Ganz so bunt wie auf dem Kancamagus war es hier allerdings (noch) nicht.

Zum Mittagessen hielten wir gegen 12 Uhr bei einer Bagel Bakery in Stowe, dem Hauptskiort von Vermont, der eigentlich sehr hübsch ist. Leider regnete es gerade in Strömen. Nach einer Stunde ging es weiter, über Moscow und Waterburg (an der Icecream Factory von Ben und Jerry vorbei) bis Warren, wo wir noch eine Covered Bridge entdeckten. Über die Roxbury Mountain Road (die ein kurzes Stück nicht asphaltiert, aber gut zu befahren war), Northfield und Berlin (vom West Berlin Cemetery hätte ich gerne ein Foto gemacht, doch es regnete) erreichten wir gegen 15 Uhr Montpelier, Vermonts Hauptstadt. Wir genehmigten uns ein leckeres Milchshake in einem Ben + Jerry’s Eisladen. Montpelier hat mir ganz gut gefallen. Das Kapitol mit seiner goldenen Kuppel und das weiße Court House waren sehr hübsch. Über die Route 302 und die 112 ging es dann nach Lincoln/North Woodstock, wo wir um 17 Uhr ankamen und unser Zimmer im Riverbank Motel direkt hinter Clark’s Trading Post bezogen: $56 mit Tax für 2 Twin Beds oder 1 Queen, Kühlschrank und Outdoor Swimming Pool. Für $67 (ohne Tax) gibt es zwei Queen Betten mit Kitchenette. Nachdem wir noch je ein Muffin und einen Berg Weintrauben gegessen hatten, schenkten wir uns diesmal das Abendessen.

White Mountains (Mt Hedgehog Trail, Bear Notch Road)
Montag, 2. Oktober, 11 °C, bewölkt, Fahrtstrecke 101 Meilen

Am nächsten Morgen war es immer noch regnerisch, und wir waren gar nicht sicher, ob wir unsere beabsichtigte Wanderung wie geplant durchführen können. Wir hatten ein paar Internetausdrucke mit, hatten uns aber auch noch mal im Lincoln Visitor Center nach empfehlenswerten Wanderungen in der Umgebung erkundigt, u.a. Lonesome Lake, Greeley Ponds, Welch/Dickey Mountain Trail. Wir gingen erst mal gemütlich frühstücken in der Notchview Country Kitchen (preiswert und gut) an der Route 3 in Lincoln. Eine halbe Stunde brauchten wir dann bis zum Trailhead am Kancamagus Highway gegenüber vom Passaconaway Campground (UNH Trail). Kurz nach 11 Uhr liefen wir los. Es sah zwar immer noch nach Regen aus, aber wir hofften, dass sich das Wetter nun halten würde, immerhin war für die zweite Tageshälfte besseres Wetter angesagt. Der Trail zum Mount Hedgehog ist ein 5 Meilen Loop. Ich fand es vorteilhafter, ihn im Uhrzeigersinn zu laufen, da sich der Weg somit erst 2,8 Meilen nicht allzu steil über einen schönen Waldweg den Berg hinaufschlängelt. Nach zwei Stunden waren wir oben und machten ein kleines Picknick mit Bananen und Keksen. Von oben hatten wir ein paar schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge mit bunten Wäldern, und dann kam auch gerade mal wieder die Sonne etwas raus. Da der Boden feucht war, waren die Wurzeln und Granitblöcke, über die man laufen musste, zum Teil jedoch ziemlich glitschig, da musste man aufpassen. Den steileren Weg hinunter schafften wir in einer knappen Stunde.

Mittlerweile war es 14.30 Uhr. Wir fuhren noch die Bear Notch Road, die auch ein paar schöne Ausblicke bietet, und über eine unbeschilderte Nebenstraße (West Side Road), die kurz vor der Bartlett Covered Bridge abgeht, Richtung North Conway. Wir entdeckten ein Schild zur Cathedral Ledge, worüber ich gelesen hatte, dass man von dort eine schöne Aussicht haben soll. Man fährt auf eine Felswand hoch, von der man auf den Echo Lake und North Conway blickt. Dann statteten wir dem Echo Lake noch einen Besuch ab. Dies wäre auch ein sehr schöner Picknickplatz. Diana’s Baths mit einem kleinen Wasserfall waren auch noch in der Nähe, aber das haben wir nicht mehr geschafft. Dann ging es über die Passconaway Road (auch hier ist die Einfahrt kurz vor einer Farm nicht leicht zu finden, wir waren erst daran vorbei gefahren) wieder auf den Kanc. Wir hielten noch an den Lower Falls und an der Rocky Gorge. Oben auf dem Pass waren wir auf einmal wieder in der Regenwolke. Um 17.30 Uhr waren wir wieder in Lincoln. Zum Abendessen gingen wir in die Woodstock Inn Station & Brewery. Dies war eins der wenigen noch bezahlbaren Restaurants in Lincoln und Woodstock mit Preisen ab $8 pro Hauptgericht. Es war uns von unserer Unterkunft empfohlen worden, und es war sehr gut. Wir zahlten $46 mit Tip für Steak und Haddock. Einen Großteil der Restaurants in dieser Gegend empfanden wir als ziemlich teuer. Der Woodstock Inn hat auch noch ein gehobeneres Restaurant an der Vorderfront: den Clement Room Grille. Dort liegen die Preise zwischen $16 und $30 pro Hauptgericht.

White Mountains (Mount Washington)
Dienstag, 3. Oktober, 16 °C, leicht bewölkt, Fahrtstrecke 158 Meilen

3.10. - Feiertag in Deutschland. Der Tag begann mit Nebel, der sich jedoch bald verzog. Es wurde ein recht schöner Tag. Wir frühstückten mit Kaffee und Bagels im Cascade Coffee House in North Woodstock. Dann erkundigten wir uns im Visitor Center in Lincoln nach den aktuellen Wetterbedingungen für den Mount Washington, auf dem ja das schlechteste Wetter der Welt herrschen soll! An ca. 100 Tagen im Jahr herrscht Orkanwindstärke, und die Bergspitze ist an 60% aller Tage in Wolken eingehüllt. Um 9.30 Uhr kamen wir los. Auf dem Kanc und der Bear Notch Road hielten wir noch ein paar Mal an schönen Aussichtspunkten. Durch die Covered Bridge am Ortseingang fuhren wir dann noch eine Runde durch Jackson, um die Pumpkin People zu sehen, die um diese Jahreszeit von den Einwohnern aufgestellt werden. Gegen 11.20 Uhr starteten wir dann auf der Mount Washington Auto Road, der ältesten von Menschen gemachten Touristenattraktion in Amerika. Die Straße wurde 1861 eröffnet, wobei die Besucher damals mit der Pferdekutsche auf den Berg befördert wurden. Bei $20 für den Fahrer und $7 für den Beifahrer bekamen wir für die 8 Meilen lange Self-Drive Auto Tour noch eine CD in Deutsch dazu. Während der Fahrt gab es also ein paar interessante Fakten zu hören, und wir hielten ein paar Mal an dafür vorgesehenen Haltepunkten. Die Straße war zum Teil nicht asphaltiert und ging in dem Fall in eine glatte Lehmpiste über. Manchmal ging es schon recht nah am Abgrund lang, vor allem bei Gegenverkehr konnte es eng werden! Nach 50 Minuten waren wir oben. Man hatte uns unten vorgewarnt, dass die Spitze in den Wolken hing bei einer Sicht von 50 Fuß. Hier oben hatten wir nur 5 °C, am Vortag waren es noch 0 °C! Wir bestiegen natürlich noch den Summit (1917 m), der aus einem kleinen Steinhaufen bestand, doch dort oben wurde ich fast weggeweht! Inzwischen waren auch zwei der alten Zahnradbahnen, der Mount Washington Cog Railway, die den Berg von der anderen Seite bezwingt (die zweitsteilste Zahnradbahn der Welt und die erste, die auf einen Berg gebaut wurde - in Betrieb seit 1869), schnaufend angekommen, und dann riss auch noch die Wolkendecke auf!

Wieder unten angekommen fuhren wir noch mal ein kurzes Stück zurück zu den Glen Ellis Falls in der Pinkham Notch, einem eindrucksvollen Wasserfall, den man durch einen Tunnel und ein paar Stufen hinunter direkt neben der Straße erreicht. Dann fuhren wir über Gorham (mit kleiner Pause bei McDonalds) noch nach Berlin, eigentlich nur des Namens wegen. Über Bretton Woods machten wir dann noch einen Abstecher zum historischen Mount Washington Hotel, einem Grand Hotel von 1902. Mittlerweile war es 16.30 Uhr und die Sonne war gerade hinter einer Wolkendecke verschwunden und würde wohl so schnell nicht mehr hervorkommen, also fuhren wir nun auf dem kürzesten Weg über Twin Mountain (hier kamen wir auch noch an vielen Motels vorbei, allerdings recht abgelegen, da es wie in Bretton Woods keinen richtigen Ort gibt) und die I-93 zurück nach Lincoln. Um 17 Uhr waren wir wieder im Motel. Zum Abendessen gingen wir noch mal in die Woodstock Inn Station & Brewery ($25 mit Tip für Mushroom Burger und Chicken Sandwich, wieder sehr gut). Ab 21 Uhr gibt es hier übrigens auch Live-Musik und Karaoke.

Hanover – Woodstock – Manchester – Bennington
Mittwoch, 4. Oktober, 22 °C, leicht bewölkt, Fahrtstrecke 179 Meilen

Wir frühstückten wieder im Cascade Coffee House, um 9 Uhr kamen wir los. Es ging über die Route 118 nach Warren, wo wir auf einmal eine wahrhaftige Rakete neben einer weißen Kirche stehen sahen! Ein ehemaliger Armeeangehöriger und Einwohner von Warren hatte dafür gesorgt, dass eine ausgemusterte Rakete für den Ort gespendet wurde, als Anschauungsobjekt für Jugendliche. Weiter ging’s nach Wentworth und über die 25A nach Orford, dann über den Connecticut River auf die I-91 South. Wir machten noch einen Abstecher nach Hanover mit dem Dartmouth College, einem der Ivy League Colleges wie auch Harvard und Yale. Wenn man von der Interstate abfährt, landet man quasi direkt im Zentrum, wo sich auch das College-Gelände befindet. Das ist alles ganz hübsch anzuschauen, aber wir hielten uns nicht lange auf. Um 10.30 Uhr waren wir dort, nach einer halben Stunde waren wir wieder auf der Interstate, und dann ging es endgültig nach Vermont. Leider war es bis jetzt noch diesig, aber bald kam dann doch die Sonne wieder durch. Die Cornish-Windsor Bridge etwas weiter südlich hätte ich auch gerne noch gesehen. Sie führt über den Connecticut River und ist die längste benutzte Holzbrücke in den USA. Aber für einen Abstecher war es nun doch etwas zu weit. Die Route 4 führt direkt über die Quechee Gorge. Man kann vor der Brücke parken und in die Schlucht hinuntersehen, oder auch hinunterlaufen, wenn man möchte. Auf der Weiterfahrt kamen wir kurz darauf an einem Country Store linkerhand vorbei, wo Kühe, Schafe und andere Tiere aus Plüsch auf der Weide standen. Skurril! Wir hielten noch an der Wooden Bridge in Taftsville und waren um 12.20 Uhr in Woodstock (nicht das Woodstock, das für das Musikfestival bekannt ist). Hierbei handelt sich um ein hübsches typisches Neuenglanddorf. Wir fanden einen Laden, der Pastries und Coffee verkaufte, und unweit davon einen Tisch und eine Bank an einem Bach, so machten wir eine kurze Mittagspause. Um 13 Uhr ging es weiter. Wir bogen wieder auf den Highway 100 ein und fuhren über Ludlow und Weston (insbesondere letzterer schien auch ein netter Ort zu sein; hier gibt es wohl auch einen bekannten Country Store) sowie Londonderry und Peru nach Manchester. Die Fahrt durch die südlichen Green Mountains war nicht so spektakulär wie die Landschaft weiter nördlich, da viele Bäume noch grün oder schon kahl waren.

Über Manchester Center ging es zum Village of Manchester mit seinen Edelboutiquen und dem Equinox Hotel, wo schon Abraham Lincolns Familie ihren Urlaub verbrachte. Wir fuhren noch den 5 Meilen langen Mt. Equinox Skyline Drive, der auf den 1170m hohen Mt. Equinox führt ($8 Fahrer, $2 Beifahrer). Um 15.15 Uhr waren wir oben. Unterwegs gibt es den ein oder anderen Haltepunkt. Leider hat man von ganz oben keine wirklich freie Aussicht, da rundherum Bäume stehen. Wir liefen deshalb noch eine halbe Meile zum Lookout Rock. Da es erst vor kurzem geregnet hatte, war der Waldweg teilweise matschig und rutschig. Vom Endpunkt hatte man jedoch eine schöne Sicht auf das Manchester Village. Um 16 Uhr waren wir wieder unten. Wir fuhren noch zur Covered Bridge in East Arlington (in West Arlington gibt es auch eine), tranken ein Milchshake an der Straße und erreichten kurz vor Bennington gegen 17 Uhr unser telefonisch vorgebuchtes Motel, das Harwood Hill Motel. Für $70 bekamen wir ein Cottage mit einem Queen Bed, Kühlschrank und Coffee Maker. Der Motelbesitzer empfahl uns noch zwei Restaurants, ein teureres direkt nebenan in einer Art Scheune, Hunters American Grill, das sehr gut sein soll, und ein preiswerteres, wo die Locals hingehen (was ja meist ein gutes Zeichen ist) auf der Main Street in North Bennington: Kevin’s at Mike’s Place. Wir entschieden uns für letzteres, und es war tatsächlich sehr gut! Wir zahlten $31 mit Tip für Pork Chops und Broiled Flounder mit Mashed Potatoes und gedünstetem Gemüse. Im angrenzenden Pub gibt es am späteren Abend auch Live-Musik.

Bennington – Williamstown – Mohawk Trail – Deerfield – Hartford
Donnerstag, 5. Oktober, 17 °C, sonnig, Fahrtstrecke 194 Meilen

Am Vortag hatten wir im Hannaford-Supermarkt zwei Croissants fürs Frühstück gekauft, die wir jetzt mit einem selbstgekochten Kaffee in unserem Cottage verspeisten. Gegen 9.30 Uhr fuhren wir los, diesmal war wieder ein schöner Tag. Da es am vorigen Abend aber schon zu dunkel war, um sich Bennington noch anzuschauen, holten wir dies nun nach. Zunächst ging es noch mal nach North Bennington, das gleich drei Covered Bridges besitzt, die sich allerdings sehr ähnlich sehen: Henry Bridge, Paper Mill Bridge und Silk Bridge. Wir fuhren einmal durch alle durch. Sie liegen praktisch nebeneinander, jeweils eine Straße weiter. Dann fuhren wir zum Bennington Battle Monument, einem riesigen Obelisk mit Aufzug. Leider war gerade auch eine Reisegruppe angekommen, so dass wir etwas warten mussten, bis wir hochfahren konnten. Die Luft draußen war schon ziemlich frisch heute, aber das Wetter war mal wieder herrlich. Von oben hatte man einen schönen Blick auf den Ort und Umgebung. Die Auffahrt kostete $2 pro Person. Dann fuhren wir weiter zur Old First Church, die eine der schönsten Kirchen Vermonts sein soll, mit einem alten Friedhof. Anschließend (es war mittlerweile 11 Uhr) ging es über die Main Street auf die Route 7 South, über die Staatsgrenze nach Massachusetts und dann auf die Route 2 nach Williamstown. An der Main Street befinden sich eine schöne weiße Kirche, wie sie für Neuengland typisch sind, und das Williams College. Ganz nett ist auch die Einkaufsstraße Spring Street, wo wir uns noch mit Sandwiches von Subway versorgten.

Die Route 2 geht in den 63 Meilen langen Mohawk Trail über, einen alten Indianerpfad durch die nördlichen Berkshires, der auch zu einer der schönsten Foliage-Routen zählt. Nachdem es um Bennington rum noch relativ grün war, wurden die Bäume hier schon wieder bunter, wobei das Erscheinungsbild allerdings stark variierte: mal grün, mal bunt, mal kahl. Über Florida und Charlemont ging es nach Shelburne Falls. Wir fuhren in den Ort rein, um die schöne Fußgängerbrücke Bridge of Flowers und die Glacial Potholes an den Salmon Falls mitten im Ort zu sehen. Weiter ging’s nach Historic Deerfield, wo wir gegen 14 Uhr ankamen. Hier gibt es ein ganzes Dorf mit wunderbar erhaltenen Häusern im Kolonialstil. Nach einem kurzen Spaziergang fuhren wir auf die I-91 South und erreichten gegen 16 Uhr Hartford, die Hauptstadt von Connecticut, natürlich mitten in der Rush Hour! Wir fuhren zum Haus von Mark Twain, dem Autor von Tom Sawyer, an der 351 Farmington Avenue (eine Führung kostet $13). Direkt nebenan befindet sich das Haus von Harriet Beecher-Stowe, die Onkel Toms Hütte geschrieben hat. Richtung Downtown fuhren wir dann erst in die falsche Richtung, dann wieder in den Stau hinein. Wir bogen noch zum Kapitol ab, das mit seiner goldenen Kuppel sehr eindrucksvoll aussieht. Bei der kurzen Durchfahrt hat mir die Downtown von Hartford ganz gut gefallen. Gegen 17.30 Uhr kamen wir dann in unserem Motel 6 in Southington, südlich von Hartfort an. Wir zahlten nur $46 Internet Rate mit Tax für 2 Betten, aber das Motel war völlig in Ordnung. Die Zimmer waren alle neu renoviert. Dennis und Starbucks befinden sich direkt nebenan, aber auch ein Outback Steakhouse, ein Dunkin’ Donuts und andere Restaurants waren nicht weit.

New Haven - Yale - Newark
Freitag, 6. Oktober, 13 °C, bewölkt, Fahrtstrecke 144 Meilen

Eigentlich sollte es heute noch mal sonnig werden, aber es blieb leider grau. Um 8.40 Uhr fuhren wir los. Es ging wieder zurück auf die I-91. Um 9.25 Uhr erreichten wir den Lighthouse Point Park in New Haven (Exit 15 an der I-95 nördlich vom Stadtzentrum, dann noch 2 Meilen). Von Ende Mai bis Anfang September und anscheinend auch an den Wochenenden zahlt man $10 Gebühr. Es ist ein kleiner Park mit Strand und Wasserspielplatz. Der Leuchtturm steht direkt am Strand, die weiße Farbe war aber etwas schmuddelig und so war er eigentlich nicht so beeindruckend. Dann fuhren wir nach New Haven Downtown und etwas westlich davon direkt ins Zentrum der berühmten Yale University. Die Gebäude sahen auch wirklich sehr beeindruckend aus. Wir blieben leider nur 30 Minuten, aber es war auch schon ziemlich kühl. Um 10.30 Uhr ging es weiter, auf die I-95 South, dann wieder den Merritt Parkway wie schon auf der Hinfahrt. Da keine „commercial vehicles“ erlaubt waren, ließ er sich doch angenehmer fahren, als die Interstate. Außerdem wollten wir noch an der Westfield Shopping Town bei Bridgeport (Exit 48) halten. Wir erstanden jeder eine Jeans (Lee und Levis) für je $25 Komplettpreis bei JCPenney. Im Foodcourt aßen wir noch mal bei Panda Express zu Mittag. Nach einer Stunde ging es um 12 Uhr weiter. Die Bäume hier waren übrigens immer noch ziemlich grün, so weit südlich setzt der Peak wohl nicht vor Mitte Oktober ein. Wir fuhren auf die I-87, dann erreichten wir wieder die I-95. Vielleicht hätten wir auch auf dem Parkway bleiben sollen. Jedenfalls standen wir gegen 13 Uhr erst mal 15 Minuten im Stau auf die George Washington Bridge hoch. In Gegenrichtung brauchten wir für die Brücke keine Gebühr zahlen, dafür aber noch mal $1.70 für den New Jersey Turnpike. Um 13.45 Uhr hatten wir den Mietwagen zurückgegeben, 15 Uhr wäre Abgabefrist gewesen, das war gut hingekommen. Mit dem AirTrain ging’s zum Terminal, dann war erst mal Schlange stehen am Continental Check-in angesagt. Neu war für uns, dass man sich jetzt an einem Computerterminal selbst einchecken musste! Ein paar Mitarbeiter standen nur noch für Hilfestellungen zur Verfügung. Nach einer Stunde war alles erledigt, dann ging es noch durch die Sicherheitskontrolle, und kurz vorm Gate musste man noch elektronisch aus den USA ausreisen. Der Abflug war für 18.45 Uhr vorgesehen, aber wir mussten uns noch eine halbe Stunde in die Schlange der Flugzeuge einreihen, die auf die Starterlaubnis warteten. Der Rückflug war gut 1,5 Stunden kürzer als der Hinflug: 6,5 Stunden. Das Flugzeug hätte eigentlich voll sein sollen, aber 10 Passagiere sind nicht aufgetaucht. Leider blieb in unserer Reihe diesmal kein Platz frei. Das Bordprogramm war leider auch nicht so berauschend: ein Kinderfilm mit Naturthema und eine Komödie mit Kinderthema, aber ansonsten war alles o.k. Wir kamen 20 Minuten vor der eigentlichen Ankunftszeit am Köln-Bonner Flughafen an, 7.50 Uhr Ortszeit am Samstag, den 7. Oktober. Da es erst 2 Uhr nachts nach amerikanischer Zeit für uns war, fühlte ich mich nicht ganz so müde wie bei anderen Langstreckenflügen. Deutschland begrüßte uns wie gewohnt: 12 °C und Nieselregen. Immerhin sollte es im Laufe des Vormittages doch noch ein sonniger Tag werden. Neuengland stand nun noch ein langes sonniges Foliage-Wochenende bevor, Montag war Columbus Day. Da würde es sicher überall voll werden.

Fazit

Neuengland ist eine Reise wert, aber ich würde sagen, es lohnt sich umso mehr im Spätherbst, denn der Indian Summer, wie es bei uns heißt, bzw. die Fall Foliage gibt dem ganzen noch eine ganz besondere Note. Ansonsten ähnelt die Landschaft ja doch sehr Europa. Viele Kirchen sehen aus wie in England und die Holzhäuser erinnern an Skandinavien. Die weißen Kirchen mit ihren spitzen Türmen und die vielen überdachten Holzbrücken sind dagegen typisch für Neuengland. Und an der Küste gibt es auch viele Leuchttürme zu sehen. Was auch noch für den Herbst spricht, ist, dass viele Häuser im September und Oktober hübsch dekoriert sind, mit Strohpuppen und Kürbissen, oder eher makaber und skurril mit Skletten, Hexen und aufgeblasenen Plastikgespenstern im Hinblick auf Halloween. Im Sommer gibt es anscheinend auch viele Mücken, denn wir haben immer wieder Zimmer mit Insektengittern an den Türen gehabt. Zwischen Cape Cod und Bar Harbor werden bis Mitte Oktober auch Whale-Watching-Touren angeboten, leider hatten wir keine Gelegenheit dazu. Am Moosehead Lake und in den White Mountains gibt es auch Moose Safaris. Leider ist uns kein Elch begegnet, aber vielleicht sollte man auch froh sein, dass man nicht mit einem zusammengestoßen ist!

Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätte man sicher noch mindestens zwei Tage länger in New York bleiben können, einen Tag länger in Boston, die Städtchen Lexington und Concord anschauen sowie Plymouth mit der Plimoth Plantation und der Mayflower und natürlich Cape Cod. An der Küste wäre noch eine Nacht in Rockport nicht verkehrt gewesen, d.h. besser drei statt zwei Übernachtungen zwischen Boston und dem Acadia NP, dann hat man ausreichend Zeit für ein paar schöne Abstecher in die Küstenorte. Dabei ist es natürlich besser, wenn man nicht vorgebucht hat, denn bei schlechtem Wetter macht das alles natürlich wieder weniger Sinn. Dann hat man aber vielleicht auch Gelegenheit, dem ein oder anderen Outlet Center in der Gegend einen Besuch abzustatten, z.B. Kittery oder Freeport. Wobei sicher auch andere die gleiche Idee haben… In Maine hätte sich sicher noch ein Abstecher bis zur kanadischen Grenze und dem hübsch gestreiften West Quoddy Lighthouse gelohnt, oder zum Moosehead Lake. Hier hat man, wie der Name schon sagt, sicher gute Chancen Elche zu sehen. In Vermont (z.B. Burlington), Massachusetts (Hancock Shaker Village) und Connecticut (Litchfield soll auch ein schönes Örtchen sein) hätte man sicher auch noch mehr Zeit verbringen können. Tja, irgendwie ist die Zeit immer viel zu kurz, aber vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal…

Copyright © Katja Maue